Fulda | 10.02.2012
Fast 18 Prozent weniger Arbeitslose und deutlich mehr offene Stellen – Das Jahr 2011 war für den Arbeitsmarkt in der Region Fulda ein gutes, wie Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Fulda, bei der Jahrespressekonferenz erklärte.
Im Jahresdurchschnitt waren in 2011 in der Region 4.498 Menschen ohne Arbeit. Im Jahr zuvor waren es 5.476 gewesen (-17,9 Prozent). Der Rückgang vollzog sich in beiden Rechtskreisen. So waren bei der Arbeitsagentur Fulda im Durchschnitt 1.897 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet (-18,7 Prozent), beim Jobcenter des Kreises 2.600 (-17,3 Prozent). Die durchschnittliche Arbeitslosen-quote betrug 4,0 Prozent (2010: 4,9 Prozent), wobei sie im vierten Quartal durchweg bei 3,5 Prozent lag.
„Erfreulich ist, dass sich die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen reduziert hat“, betonte Agenturchef Dombrowski. Insbesondere junge Menschen unter 25 Jahren ha-ben von der robusten Konjunktur profitiert. In dieser Gruppe sank die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 17,3 Prozent auf 450. Nachdem sich der Aufschwung bei älteren Arbeitslosen über 50 Jahren lange Zeit kaum bemerkbar gemacht hatte, ver-festigt sich auch hier ein positiver Trend (-9,4 Prozent gegenüber 2010). Dennoch ist der Anteil der älteren an allen Arbeitslosen mit 35,8 Prozent weiterhin sehr hoch. Hier bleibt ein wichtiges Handlungsfeld für die Wirtschaft, das Amt für Arbeit und Soziales und die Arbeitsagentur.
Auch wenn man der Zahl der registrierten Arbeitslosen die der Teilnehmer an Weiter-bildungs- und Trainingsmaßnahmen hinzufügt, stellt sich die Lage deutlich besser dar als im Jahr 2010. Die sogenannte Unterbeschäftigung im engeren Sinn reduzierte sich um 16,6 Prozent.
Auf der Stellenseite verzeichnete die Arbeitsagentur Fulda in 2011 ein sattes Plus. In der Jahressumme akquirierte der Arbeitgeberservice 6.351 Stellen (+7,8 Prozent); im Bestand hatte die Arbeitsagentur im Jahresdurchschnitt 1.379 offene Stellen, was ei-ner Steigerung um 48,6 Prozent gleichkommt und den in zahlreichen Berufen vorhan-denen Fachkräftemangel verdeutlicht. Bedarf an Fach- und Hilfskräften bestand und besteht weiterhin in vielen Bereichen.
Die Arbeitsvermittlerinnen und –vermittler nutzten die gute Wirtschaftslage dazu, die arbeitslosen Menschen schneller wieder in Arbeit zu bringen. War ein Arbeitsloser in 2010 im Durchschnitt noch 137 Tage auf das Arbeitslosengeld I angewiesen, so konn-te die Bezugsdauer dank zügiger Integration in 2011 auf 122 Tage verkürzt werden. „Die schnellere Integration in den Arbeitsmarkt kommt auch den händeringend Perso-nal suchenden Arbeitgebern entgegen, denn es gilt die Aufträge und Dienstleistungen pünktlich zu erbringen“, hebt der Leiter der Arbeitsagentur hervor.
Im Januar ist die Arbeitslosigkeit angestiegen, jedoch nicht über den saisonal üblichen Rahmen hinaus. 4.734 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Dies waren 811 mehr als im Dezember, aber 736 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent ist im Vergleich aller Landkreise nach dem Hochtaunuskreis (4,0 Prozent) die niedrigste in Hessen.
„Trotz der Diskussionen um die Finanz- und Eurokrise hat sich die Wirtschaft in unse-rer Region im Vorjahr sehr gut behauptet. Wenn die Politik und die Finanzwirtschaft die Probleme um den Euro bzw. die Staatsverschuldung in Europa in den Griff be-kommen, erwarte ich für 2012 trotz eines gedämpften Wirtschaftswachstums eine so-lide Beschäftigungssituation in unserer Region,“ zeigt sich Waldemar Dombrowski vorsichtig optimistisch.
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