Soziale Aspekte bestimmen das Handeln

An der 1947 gegründeten Siedlungswerk Fulda eG hält der Landkreis Fulda eine geringfügige Beteiligung

Fulda | 18.01.2012

 Visualisierung der Wohnanlage „In den Auegärten“
weitere Bilder
Visualisierung der Wohnanlage „In den Auegärten“

Es ist eine beeindruckende Zahl: Nur noch 14 Prozent, das sind 169 der insgesamt rund 1.200 Wohneinheiten, die zur Siedlungswerk Fulda eG gehören, müssen wärmegedämmt werden. „Im Bereich der energetischen Sanierung sind wir gut dabei. Nicht zuletzt auch deshalb, weil wir uns schon seit Jahren mit dieser Thematik befassen“, betont Frank Nieburg, Vorstandsvorsitzender des 1947 gegründeten Siedlungswerks.

Zwar liegen die meisten Wohneinheiten dieses genossenschaftlichen Zusammenschlusses auf dem Gebiet der Stadt Fulda, doch auch in verschiedenen Kreisgemeinden wie Petersberg, Künzell, Großenlüder, Neuhof und Bad Salzschlirf befinden sich Objekte, die zum Bestand des Siedlungswerks zählen. Neben Wohnungen sind dies gewerbliche Einheiten, Garagen und Stellplätze.

Der Landkreis Fulda hält eine – wenn auch geringfügige – Beteiligung am Siedlungswerk. Zudem steht mit Fritz Kramer der ehemalige Landrat dem Aufsichtsrat vor, dem mit Dr. Heiko Wingenfeld auch der amtierende Erste Kreisbeigeordnete angehört. Weitere Mitglieder des Gremiums sind unter anderem Fuldas Stadtbaurätin Cornelia Zuschke und Sparkassendirektor Alois Früchtl.

„Das Siedlungswerk entstand unter dem Eindruck der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde unter der Federführung von Rechtsanwalt Joseph Schmitt mit dem Ziel der Errichtung von Wohnungen und Kleinsiedlungen gegründet“, erläutert der gelernte Immobilienkaufmann Nieburg, der seit 1999 Vorstandsvorsitzender ist. Dem Siedlungswerk gehören 1.979 Mitglieder an, die wiederum 5.900 Anteile halten (Stand 31.12.2010).

„Unser oberstes Ziel ist es, der Verantwortung unseren Mitgliedern gegenüber gerecht zu werden“, formuliert Nieburg. Nicht Gewinnmaximierung stehe daher im Fokus des Handelns, sondern das optimale und von sozialen Aspekten gelenkte Wirtschaften im Sinne der Mitglieder. Dass die Verantwortlichen des Vorstandes (dem neben Nieburg noch Sparkassendirektor a.D. Reiner Mück und Architekt Diplom-Ingenieur Günther Swoboda angehören) diese Linie bislang erfolgreich verfolgen, zeigen zum einen die vierprozentige Dividende und zum anderen die Tatsache, dass die Kosten für das aktuelle Projekt, den Wohnpark „Horasbrücke“, zu 70 Prozent aus Eigenmitteln finanziert werden können.

Denn nicht nur die zeitgemäße Ausstattung des Wohnbestandes spielen, gerade auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der sich verändernden Bedürfnisse der Wohnungsnutzer (Barrierefreiheit), eine große Rolle, sondern auch verschiedene neue Projekte. Nieburg: „Wichtig ist für uns, dass wir die Wohnungen auf dem technisch aktuellen Stand halten. Energiesparende Maßnahmen und Balkonanbauten sowie die Neugestaltung von Außenanlagen stehen dabei im Vordergrund. Daneben kommt es aber auch darauf an, dass wir uns weiterentwickeln.“

Als „größtes örtliches Wohnungsunternehmen mit Sitz in Fulda“ sei man stolz auf solche Maßnahmen wie die städtebauliche Erneuerung des Gemüsemarktes, die Wohnanlage „In den Auegärten“ oder den schon erwähnten Wohnpark „Horasbrücke“. Wert gelegt werde, wie übrigens auch bei einem Projekt in Bad Salzschlirf, auf den Verzicht fossiler Brennstoffe. Vielmehr würden die Wohnungen ausschließlich mit Holzpellets beheizt.

Seiner sozialen Verantwortung gerade auch für diese Region sei sich das Siedlungswerk auch auf einem anderen Gebiet bewusst, so Nieburg: Neubauten und Instandsetzungsmaßnahmen würden zu 95 Prozent von heimischen Handwerksbetrieben erledigt. „Und auch beim Wohnpark Horasbrücke, dessen Kosten für den ersten Bauabschnitt bei rund 2,5 Millionen Euro liegen, werden die Aufträge weitestgehend an das hiesige Handwerk vergeben.“

Fulda, 17. Januar 2012

Info
Unternehmensbeteiligungen des Landkreises

Es gibt Unternehmen in unserer Region, bei denen jedem Bürger zumeist sofort bewusst ist, dass der Landkreis Fulda daran beteiligt ist. Beispiele sind der Zweckverband Überlandwerk (Üwag) Fulda-Hünfeld-Schlüchtern, die Lokale Nahverkehrsgesellschaft (LNG) mbH oder auch die Gas- und Wasserversorgung (GWV) Osthessen GmbH. Aber wussten Sie auch, dass der Landkreis Anteile an der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) GmbH oder an der Hessischen Landgesellschaft mbH hält? In einer Serie sollen auf den „Kreisseiten“ die Unternehmen vorgestellt werden, an denen der Landkreis Fulda beteiligt ist. Den Anfang macht heute die Siedlungswerk Fulda eG.

zurück drucken versenden verlinken

Mehr zum Thema

Quote im Landkreis Fulda stabil bei 3,5 Prozent Arbeitsagentur

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Fulda ist im November erneut leicht zurückgegangen. Insgesamt waren im November 3.900 Menschen ohne Arbeit. Dies waren 27 weniger als im ... [ zum Artikel » ]

Landkreis Fulda und Jugendbildungsstätte Wasserkuppe bekräftigen enge Zusammenarbeit Jugendbildungsstätte Wasserkuppe

Die Sommermonate nutzte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld, um sich vor Ort über die Jugendbildungsstätte Wasserkuppe nach zehn Jahren Tätigkeit zu ... [ zum Artikel » ]

Martin Seuring und Torsten Raab folgen auf Otto Evers Martin Seuring

Seit April gilt beim Landkreis Fulda ein neuer Verwaltungsgliederungsplan. Eine wichtige Änderung betrifft den bisherigen Fachdienst „Natur und Landschaft mit ... [ zum Artikel » ]

Hidden Champions

Wilhelm Lang

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Mittelhessen kennen!

Technolit GmbH - vom Ein-Mann-Betrieb zur erfolgreichen Unternehmensgruppe...!

Bildergalerien