
Förstina
Heiße Tage, 35 Grad im Schatten. Sommerferien? Nicht für den Eichenzeller
Mineralbrunnen Förstina Sprudel. Während das Wetter für die meisten Menschen ein
Grund ist, etwas früher Feierabend zu machen, wird bei Förstina zurzeit rund um
die Uhr gearbeitet.
Zwischen 110 und 120 Lastwagen verlassen tagtäglich das Betriebsgelände in
Eichenzell-Lütter. Die Ladung: Mineralwasser, Schorlen und Erfrischungsgetränke.
Knapp zwei Millionen Flaschen am Tag füllt Förstina derzeit ab. „Seit Ende Juni
laufen unsere Abfüllanlagen auf Hochtouren. Klar gibt es jedes Jahr
Schönwettertage, aber Phasen wie jetzt, mit wochenlang anhaltender Hitze, die
bringen erst richtige Saisonspitzen in Produktion und Absatz“, erklärt Gerhard
Bub, Verkaufsleiter bei Förstina Sprudel. Wenn es nachts nicht mehr richtig
abkühlt und die Temperaturen über 20 Grad Celsius bleiben, dann wird noch mehr
getrunken als sonst – das weiß man bei dem Brunnenunternehmen aus Erfahrung.
Zwischen Hitzewelle und Produktionsspitzen liegen aber in der Regel rund zehn
Tage: „Solange dauert es, bis zuhause die Keller und anschließend der Handel
‚leer getrunken’ ist“, so Gerhard Bub. Und dann laufen an sechs Tagen in der
Woche die Abfüllanlagen bei Förstina auf Hochtouren, die Gabelstapler
transportieren ebenfalls im Drei-Schicht-Betrieb tonnenweise Paletten an
Mineralwasser und anderen Erfrischungsgetränken über das riesige Betriebsgelände
zu den Verladestationen. Im Zehnminutentakt verlassen große Lkw das
Werksgelände, um die Region im Umkreis von circa 200 Kilometern mit
Erfrischungen zu versorgen. Lediglich am Sonntag steht der Betrieb.
70 Lastwagenfahrer sorgen dafür, dass das kostbare Gut den Handel erreicht und
den Durst der Menschen in der Umgebung löscht. Gut die Hälfte der Produktion
verteilt Förstina selbst über die eigene Logistik, die andere Hälfte übernehmen
Speditionen und Getränkehändler mit eigenen Fahrzeugen. Jedes Jahr gibt es
einige Saisonspitzen, auf Dauer wie in diesem Jahr war es zuletzt 2003 der Fall.
„Man weiß nur nie genau, in welchem Monat es heiß wird – im Mai, im Juni, im
Juli oder August?“, meint Gerhard Bub. „Deswegen fahren wir schon ab Ostern
unseren Personalbestand hoch und lernen die neuen Mitarbeiter an, damit wir
gewappnet sind, wenn es losgeht“. Denn in heißen Tagen wie diesen hat die Region
Durst, viel Durst.
Foto: Produktion auf Hochtouren: Zwei Millionen Flaschen werden zurzeit täglich bei
Förstina Sprudel in Eichenzell-Lütter abgefüllt.
FIRMENINFO
Förstina
Die Firmengeschichte reicht bis ins frühe 20.
Jahrhundert zurück: 1928 gründeten Elisabeth und Justus Ehrhardt in schwierigen
Zeiten den Mineral- und Heilbrunnen Förstina. Zunächst belieferten sie Kunden in
und um Neuhof mit Wasser und Brause. Seit 1957 ist das Unternehmen in
Eichenzell-Lütter ansässig und wird heute in dritter Generation von Ulrich
Ehrhardt und Andreas Richardt geführt. Die Produktpalette wurde im Laufe der
Jahrzehnte immer weiter ausgebaut: Sie umfasst neben Mineral- und Heilwässern
unter anderem auch Fruchtschorlen und Brunnensüßgetränke. Förstina beschäftigt
circa 300 Mitarbeiter.
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