
In Sachen Ausbildung bieten sich den Jugendlichen in der Region Fulda in diesem
Jahr trotz Wirtschaftskrise zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten.
Bis Ende März registrierte die Agentur für Arbeit Fulda 1.361 Ausbildungsstellen
(Vorjahr 1250). Das entspricht exakt dem Wert vom März 2008, als der Aufschwung
noch andauerte. Demgegenüber meldeten sich bis Ende März 1.286 junge Menschen
als Bewerber/innen. Somit stehen erstmals seit 15 Jahren mehr Ausbildungsstellen
als Bewerber zur Verfügung.
„Die Gründe für diese Entwicklung sind der – auch bundesweit erkennbare -
Trend zum Besuch weiterführender Schulen“ und die erfreulichen
Vermittlungsergebnisse bei Bewerbern aus den Vorjahren (sog. Altbewerbern)“,
erklärte Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für
Arbeit Fulda, bei der Ausbildungsmarktkonferenz in seinem Hause. „Diese
Entwicklung ist zugleich ein erster Vorgeschmack auf den auf uns zukommenden
demografischen Wandel“, ergänzt der Agenturchef. Um möglichst viele Jugendliche
und Ausbildungsbetriebe zusammen zu bringen, will die Arbeitsagentur weiterhin
flächendeckend Berufsberatung in den Schulen anbieten, Ausbildungsstellenbörsen
durchführen und ergänzend von ihr finanzierte Berufseinstiegsbegleiter
einsetzen, die frühzeitig und gezielt förderungsbedürftige Schüler unterstützen.
„Momentan sind noch 604 Ausbildungsstellen in unterschiedlichen Berufen und
Branchen frei, z.B. Anlagenmechaniker/in, Maler/in, Lackierer/in,
Parkettleger/in, Hotelfachleute und Zimmerer. Die Betriebe ermutigte Waldemar
Dombrowski verstärkt auch ausbildungsbegleitende Hilfen für Jugendliche zu
nutzen die Unterstützung bedürfen. Mit diesem Instrument können ergänzend zum
Berufsschulunterricht theoretische Schwächen kompensiert werden, um eine
Ausbildung erfolgreich zu absolvieren.
Fuldas IHK-Präsident Bernhard Juchheim und IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan
Schunck zeigten sich optimistisch, dass die Unternehmen aus Industrie, Handel
und Dienstleistungen dieses Jahr ausreichend Ausbildungsstellen anbieten können.
Bestärkt wird diese Einschätzung durch die Ergebnisse der aktuellen
Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, an der sich
auch zahlreiche regionale Unternehmen beteiligten. Über 18 Prozent der
beteiligten Betriebe aus dem IHK-Bezirk Fulda wollen demnach 2010 mehr
ausbilden, 20 Prozent weniger und knapp 62 Prozent halten ihr
Ausbildungsplatzangebot aufrecht. Die Bildungsmesse und die vielen Gespräche,
die Unternehmen mit Jugendlichen danach geführt haben, bestätigen diese
Einschätzung.
„Daher sind wir optimistisch, in einem immer noch von der Krise gezeichneten
Jahr 2010 in etwa so viele Ausbildungsplätze bereit zu stellen wie im
vergangenen Jahr“, betonte IHK-Präsident Bernhard Juchheim. Eine große
Herausforderung kommt in den kommenden Jahren auf die Unternehmen zu: Auch die
leistungsschwächeren Jugendlichen müssen eine Ausbildungschance erhalten.
Bereits heute bieten rund die Hälfte aller Ausbildungsbetriebe ihren
Auszubildenden in unterschiedlicher Form Nachhilfe im Unternehmen an.
Dem schloss sich Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld an. „In den
kommenden Jahren werden sich meines Erachtens die Aufgabenstellung und die
Herausforderungen etwas verlagern. Wir werden uns verstärkt um die jungen
Menschen und deren Ausbildungsreife kümmern müssen, damit die von den
Unternehmen zur Verfügung gestellten Ausbildungsplätze auch adäquat besetzt
werden können“, sagte der stellvertretende Landrat. Mit dem Einsatz von
Arbeitscoaches an mittlerweile zwölf Haupt- oder Förderschulen engagiere sich
der Landkreis in diesem Handlungsfeld und forciere damit, dass Berufswahl und
Einstieg in das Arbeitsleben für Schülerinnen und Schüler besser gelingt. „Es
ist wichtig, dass wir jungen Menschen eine berufliche Perspektive bieten
können", betonte Wingenfeld.
Manfred Schüler von der Kreishandwerkerschaft Fulda, verweist auf die über
den Bundes- und Landestrend liegende Ausbildungsbereitschaft der heimischen
Handwerks. Bereits im Jahr 2009 sind im Handwerk eine ganze Reihe von
Ausbildungsplätzen mangels geeigneter Bewerberinnen und Bewerber unbesetzt
geblieben! (Anlagenmechaniker/in, Maler/in, Lackierer/in, Parkettleger/in,
Hotelfachleute und Zimmerer)
Bei der Agentur für Arbeit Fulda gibt es derzeit noch viele attraktive
Ausbildungsstellen für den Ausbildungsbeginn August/September 2010 (s.
beigefügte Liste). Wer noch nicht bei der Arbeitsagentur als Bewerber/in
gemeldet ist, der sollte sich schnell unter der Telefonnummer 01801/555 111*
einen Termin bei der Berufsberatung sichern.
*(Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min)
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