
Via Regia
Geschichtsträchtige Orte und gleichzeitig Zeichen für
eine gemeinsame europäische Identität sind die Regionen, die an der Via
Regia,
der großen Kulturstraße des Europarats, liegen.
4.500 Kilometer lange Verbindung zwischen West- und
Osteuropa schlängelt sich durch insgesamt acht Länder und führt im Kreisgebiet
von Flieden nach Fulda und über Hünfeld
und Rasdorf im Hessischen Kegelspiel weiter ins thüringische
Vacha. Der Verlauf in der Region erinnert somit an die alte Handelsstraße von
Leipzig nach Frankfurt. „In erster Linie ist die Via Regia
ein Symbol für das Zusammenwachsen Europas“, beschreibt Alexander Sust,
Mitglied der hessischen Planungsgruppe Via Regia. Sie gebe den Menschen entlang
ihrer Linienführung den Raum, sich als Europäer zu fühlen und mit anderen
Regionen in Kontakt zu treten. Für eine Region wie Fulda, die
ehemals im Grenzgebiet lag, hat ein solches Projekt sicher eine besondere
Bedeutung. Im Landkreis sind im Rahmen der Kulturstraße inzwischen einige
Projekte und Aktivitäten entstanden. Dazu gehört zum Beispiel, dass im
vergangenen Jahr in der Löherstraße in Fulda, durch die die Verbindung einst
führte, ein Schild mit einem Hinweis auf die Kulturstraße enthüllt wurde. Aber
auch in vielen Orten, wie etwa Steinau an der Straße mit dem Museum Steinau,
kann regionale und europäische Geschichte nachvollzogen werden. „Die Via Regia ist primär kein
touristisches Projekt, sondern soll dem gegenseitigen Austausch dienen“,
unterstreicht Yvonne Winter, ebenfalls Mitglied der Hessischen Planungsgruppe
Via Regia. Ganz im Sinne dieser Konzeption sei die Via Regia als Möglichkeit
zur Begegnung und zum Erlebnis sowohl im kleinen Raum als auch im europäischen
Kontext gedacht. „Wir sind kein Verein, sondern haben eine offene Struktur, die
es jederzeit ermöglicht, mitzumachen. Wir wollen die Menschen zusammenbringen“,
erläutert Winter weiter. Im Landkreis Fulda und auch
darüber hinaus sind die Grundlagen für eine solche Vernetzung bereits
erfolgreich gelegt worden. Zu den vier hessischen Regionalforen, die die Planungsinitiative
unterstützen, gehören zwei regionale Gruppen: das Regionalforum Fulda Südwest
sowie der Verein Natur- und Lebensraum Rhön. Im Frühling dieses Jahres unterzeichneten
Vertreter der vier Regionalforen eine Erklärung, an Projekten entlang der Via
Regia mitzuarbeiten. Dabei ist es jedem Partner freigestellt, auf welche Weise
und mit welchen Ideen und Projekten er sich an der Kulturstraße beteiligen
möchte. Durch die Planungsgruppe Via Regia ist es aber möglich, die regionalen
Partner national und international miteinander zu vernetzen und zum
Erfahrungsaustausch sowie zur Kooperation anzuregen. „Wir haben viele Partner gefunden
und müssen nun den Namen Via Regia mit Leben füllen“, beschreibt Sust die
gegenwärtigen Aufgaben. Positive Effekte für den Bekanntheitsgrad der
Kulturstraße werden auch von der im Jahr 2011 in Sachsen stattfindenden
Landesausstellung zur Via Regia erwartet. Gegenwärtig ist bereits das Via Mobil
als „rollender Botschafter“ quer durch Europa unterwegs, um für die
Landesausstellung zu werben und filmische Eindrücke entlang der Via Regia zu
sammeln. Die internationale Tour führt längs der Via Regia von Santiago de
Compostela in Spanien bis Kiew in der Ukraine. Am morgigen Montag kommt das Via
Mobil nach Flieden und Neuhof, um dort Filmaufnahmen zu machen und Eindrücke
aus dem Landkreis mit in die anderen Regionen und Länder zu nehmen. Am heutigen Mittwoch hält das Via Mobil auf dem Buttermarkt in
Fulda, um die Kulturstrasse zu präsentieren. Eine gute Gelegenheit für alle
Interessenten, die Via Regia mit all ihren Facetten kennen zu lernen.
Foto: Bei Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung
von links nach rechts: Geschäftsführer Martin Kremer (Verein Natur- und
Lebensraum Rhön), Bürgermeister Walter Strauch (Steinau an der Straße),
Regionalmanagerin Sigrid Wetterau (Regionalforum Hersfeld-Rotenburg),
Geschäftsführer Klaus Karger (Verein Oberhessen), Vorsitzender Bruno Block
(Regionalforum Fulda Südwest) Foto: Winter
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