Erfolgreich

Regionalforum Fulda Südwest: Gemeinsam erfolgreich

Fulda | 15.07.2010

Regionalforum Regionalforum

Im Mai 1998 haben sich die Gemeinden Bad Salzschlirf, Eichenzell, Flieden, Großenlüder, Hosenfeld, Kalbach und Neuhof zum Regionalforum Fulda Südwest zusammengeschlossen...

Das Regionalforum firmiert seit 2006 als eingetragener Verein und ist - neben dem Verein Natur- und Lebensraum Rhön - einer der beiden regionalen Entwicklungsgruppen im Landkreis. Ihm gehören rund 30 Mitglieder an, darunter auch der Landkreis Fulda, die Kreishandwerkerschaft Fulda, der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld, die anerkannten Naturschutzverbände, fünf örtliche Gewerbevereine sowie weitere Einzelpersonen.

In gewisser Weise hat die deutsche Wiedervereinigung den Anstoß zur Gründung des Regionalforums Fulda Südwest gegeben. Dies mag zunächst überraschen, liegen doch die sieben Mitgliedsgemeinden nicht unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Sie kamen aber ebenso wie der gesamte Landkreis in den Genuss der jahrzehntelangen Zonenrandförderung. Nach der Grenzöffnung lief die Zonenrandförderung aus, zudem wurde nur noch das östliche Kreisgebiet als strukturschwacher Raum und damit besonders förderfähig anerkannt. Um auch weiterhin von den einschlägigen Förderprogrammen der Europäischen Union und des Landes Hessen profitieren zu können, sannen die Gemeinden auf Abhilfe. Der heutige Geschäftsführer des Regionalforums, Stephan Büttner, kann sich noch gut an eine Zusammenkunft Mitte der neunziger Jahre im Eichenzeller Schlösschen erinnern, bei der zunächst fünf Gemeinden vertreten waren und an der er als Stellvertretender Leiter des zum damaligen Zeitpunkt noch bestehenden Amtes für Regionalentwicklung, Landespflege und Landwirtschaft teilnahm. Ergänzt um die beiden fehlenden Gemeinden folgten weitere Treffen, die dann in die Gründung des Regionalforums Fulda Südwest, zunächst in der Form einer interkommunalen Arbeitsgemeinschaft, mündeten.

Ein regionales Entwicklungskonzept als Voraussetzung für die Finanzierung von Förderprojekten wurde in Auftrag gegeben. Die Einstellung eines gemeinsamen Jugendbetreuers im Jahr 1999 war das erste größere Projekt. Seither kümmert sich Andreas Theilig vor allem um die offene Jugendarbeit. Inzwischen konnten unter seiner Anleitung 28 Jugendräume für durchschnittlich 15 bis 20 Jugendliche geschaffen werden. Während Jugendbetreuer Theilig aus Eigenmitteln finanziert wird, sind für weitere Projekte in den Jahren von 2000 bis 2006 Fördermittel von insgesamt knapp 1,9 Millionen Euro in die Mitgliedsgemeinden geflossen.

Den Förderschwerpunkt bildeten Zuschüsse für kommunale Investitionsvorhaben wie den Kulturkessel in Bad Salzschlirf, die Gemeindezentren in Größenlüder und Neuhof oder die Landsynagoge in Heubach. Auch wurde im Gebiet des Regionalforums Fulda Südwest ein Radwegenetz ausgewiesen und einheitlich beschildert. Dienstleistungen in verschiedenen Lebenslagen bietet der gemeinsam mit dem Amt für Arbeit und Soziales des Landkreises eingerichtete Bürgerservice, dessen Geschäftsführung mittlerweile bei der Kreishandwerkerschaft angesiedelt ist. In der zweiten Förderperiode von 2006 bis 2013 liegt der Schwerpunkt neben dem Aufbau eines Regionalmanagements vor allem auf der Bezuschussung von privaten Existenzgründern. Zudem sollen Investitionen in die Verbesserung der Nahversorgung sowie in Einrichtungen zur Information über die Landschafts- und Kulturgeschichte besonders gefördert werden. Regionalmanager Florian Hütsch zeigt sich erfreut, dass die in der Finanzplanung vorgesehenen Fördermittel zur Schaffung von Arbeitsplätzen durch private Existenzgründer zumeist aus dem Handwerk von 340.000 Euro mittlerweile ausgeschöpft sind. Deshalb wird das Regionalforum bei einer in Aussicht stehenden Gesamtfördersumme von 1,7 Millionen Euro umschichten und hofft im übrigen auf eine Nachbewilligung frei werdender Mittel durch das hessische Wirtschaftsministerium, wenn diese von anderen regionalen Entwicklungsgruppen nicht abgerufen werden sollten. Auch wurden dem Regionalforum Fulda Südwest aus einem weiteren Fördertopf 350.000 Euro zum Ausbau der Breitbandversorgung zugewiesen.

Bürgermeister Bruno Block (Hosenfeld), der seit dem Jahr 2000 Vorsitzender des Regionalforums ist, betont, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsgemeinden nicht auf Förderprojekte beschränke, sondern sich darüber hinaus bei gemeinsamen Beschaffungsmaßnahmen bewährt habe. Unter den Bürgermeistern sei ein echtes Vertrauensverhältnis entstanden, das schnelle Entscheidungswege ermögliche. Als Fazit der Tätigkeit des Regionalforums Fulda Südwest hält Block fest: „Die Region ist enger zusammengewachsen.“ Dies zeigten zum Beispiel steigende Besucherzahlen beim Tag der Regionen.

Foto:Stehen für das Regionalforum Fulda Südwest: Vorsitzender Bruno Block, Regionalmanager Florian Hütsch, Geschäftsführer Stephan Büttner und Mitarbeiterin Anke Schlosser (von links)