Regionalforum
Im Mai 1998 haben sich die Gemeinden Bad Salzschlirf, Eichenzell,
Flieden, Großenlüder, Hosenfeld, Kalbach und Neuhof zum Regionalforum Fulda
Südwest zusammengeschlossen...
Das Regionalforum
firmiert seit 2006 als eingetragener Verein und ist - neben dem Verein Natur-
und Lebensraum Rhön - einer der beiden
regionalen Entwicklungsgruppen im Landkreis. Ihm gehören rund 30 Mitglieder an,
darunter auch der Landkreis Fulda, die Kreishandwerkerschaft Fulda, der
Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld, die anerkannten Naturschutzverbände, fünf
örtliche Gewerbevereine sowie weitere Einzelpersonen.
In gewisser Weise hat die deutsche Wiedervereinigung den
Anstoß zur Gründung des Regionalforums Fulda Südwest gegeben. Dies mag zunächst
überraschen, liegen doch die sieben Mitgliedsgemeinden nicht unmittelbar an der
ehemaligen innerdeutschen Grenze. Sie kamen aber ebenso wie der gesamte Landkreis
in den Genuss der jahrzehntelangen Zonenrandförderung. Nach der Grenzöffnung
lief die Zonenrandförderung aus, zudem wurde nur noch das östliche Kreisgebiet
als strukturschwacher Raum und damit besonders förderfähig anerkannt. Um auch
weiterhin von den einschlägigen Förderprogrammen der Europäischen Union und des
Landes Hessen profitieren zu können, sannen die Gemeinden auf Abhilfe. Der heutige Geschäftsführer des Regionalforums, Stephan
Büttner, kann sich noch gut an eine Zusammenkunft Mitte der neunziger Jahre im
Eichenzeller Schlösschen erinnern, bei der zunächst fünf Gemeinden vertreten
waren und an der er als Stellvertretender Leiter des zum damaligen Zeitpunkt
noch bestehenden Amtes für Regionalentwicklung, Landespflege und Landwirtschaft
teilnahm. Ergänzt um die beiden fehlenden Gemeinden folgten weitere Treffen,
die dann in die Gründung des Regionalforums Fulda Südwest, zunächst in der Form
einer interkommunalen Arbeitsgemeinschaft, mündeten.
Ein regionales
Entwicklungskonzept als Voraussetzung für die Finanzierung von Förderprojekten
wurde in Auftrag gegeben. Die Einstellung eines gemeinsamen Jugendbetreuers im Jahr
1999 war das erste größere Projekt. Seither kümmert sich Andreas Theilig vor
allem um die offene Jugendarbeit. Inzwischen konnten unter seiner Anleitung 28
Jugendräume für durchschnittlich 15 bis 20 Jugendliche geschaffen werden.
Während Jugendbetreuer Theilig aus Eigenmitteln finanziert wird, sind für
weitere Projekte in den Jahren von 2000 bis 2006 Fördermittel von insgesamt
knapp 1,9 Millionen Euro in die Mitgliedsgemeinden geflossen.
Den
Förderschwerpunkt bildeten Zuschüsse für kommunale Investitionsvorhaben wie den
Kulturkessel in Bad Salzschlirf, die Gemeindezentren in Größenlüder und Neuhof
oder die Landsynagoge in Heubach. Auch wurde im Gebiet des Regionalforums Fulda Südwest ein
Radwegenetz ausgewiesen und einheitlich beschildert. Dienstleistungen in
verschiedenen Lebenslagen bietet der gemeinsam mit dem Amt für Arbeit und
Soziales des Landkreises eingerichtete Bürgerservice, dessen Geschäftsführung
mittlerweile bei der Kreishandwerkerschaft angesiedelt ist. In der zweiten
Förderperiode von 2006 bis 2013 liegt der Schwerpunkt neben dem Aufbau eines
Regionalmanagements vor allem auf der Bezuschussung von privaten Existenzgründern.
Zudem sollen Investitionen in die Verbesserung der Nahversorgung sowie in
Einrichtungen zur Information über die Landschafts- und Kulturgeschichte
besonders gefördert werden. Regionalmanager Florian Hütsch zeigt sich erfreut, dass die
in der Finanzplanung vorgesehenen Fördermittel zur Schaffung von Arbeitsplätzen
durch private Existenzgründer zumeist aus dem Handwerk von 340.000 Euro
mittlerweile ausgeschöpft sind. Deshalb wird das Regionalforum bei einer in
Aussicht stehenden Gesamtfördersumme von 1,7 Millionen Euro umschichten und
hofft im übrigen auf eine Nachbewilligung frei werdender Mittel durch das
hessische Wirtschaftsministerium, wenn diese von anderen regionalen
Entwicklungsgruppen nicht abgerufen werden sollten. Auch wurden dem Regionalforum
Fulda Südwest aus einem weiteren Fördertopf 350.000 Euro zum Ausbau der
Breitbandversorgung zugewiesen.
Bürgermeister Bruno Block (Hosenfeld), der seit dem Jahr
2000 Vorsitzender des Regionalforums ist, betont, dass sich die Zusammenarbeit
zwischen den Mitgliedsgemeinden nicht auf Förderprojekte beschränke, sondern
sich darüber hinaus bei gemeinsamen Beschaffungsmaßnahmen bewährt habe. Unter
den Bürgermeistern sei ein echtes Vertrauensverhältnis entstanden, das schnelle
Entscheidungswege ermögliche. Als Fazit der Tätigkeit des Regionalforums Fulda
Südwest hält Block fest: „Die Region ist enger zusammengewachsen.“ Dies zeigten
zum Beispiel steigende Besucherzahlen beim Tag der Regionen.
Foto:Stehen für das Regionalforum Fulda Südwest: Vorsitzender
Bruno Block, Regionalmanager Florian Hütsch, Geschäftsführer Stephan Büttner
und Mitarbeiterin Anke Schlosser (von links)