Gießen

Innungsversammlung des Kraftfahrzeuggewerbes Oberhessen

Gießen | 14.05.2012

Obermeister Beranek: Servicegeschäft tragende Säule des Gewerbes
Obermeister Beranek: Servicegeschäft tragende Säule des Gewerbes

Obermeister Beranek: Servicegeschäft tragende Säule des Gewerbes

Erstmals tagte eine Innungsversammlung des Kraftfahrzeuggewerbes Oberhessen im Vortragsraum des Gießener „Mathematikums“, wobei sich die Teilnehmer durch die ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Welt der Mathematik führen ließen. Anschließend informierte Obermeister Hans-Joachim Beranek zunächst über den aktuellen Fahrzeugbestand in Hessen, der 2011 mit einem Zuwachs an registrierten Kraftfahrzeugen von 61 200 erstmals die Vier-Millionen-Grenze überschritten hat.

 

Laut Beranek legt das Kfz-Gewerbe in Hessen eine gute Bilanz für 2011 vor; auch von Januar bis April 2012 sei der Markt weiter gewachsen. Insgesamt sind laut Beranek in Hessen 515 500 gebrauchte Wagen verkauft worden, davon 237 000 von privat an privat. Auch das Servicegeschäft hat sich im vergangenen Jahr wieder als tragende Säule des Kfz-Gewerbes erwiesen, wobei die Kunden in Umfragen die Wartungs- und Serviceleistungen ihrer Kfz-Meisterbetriebe unter dem Strich als „ausgezeichnet“ bewerten.

 

Der Obermeister wertet dies als Beweis für das erfolgreiche Umsetzen des Qualitätsversprechens und der „absoluten Kundenorientierung“ der Meister- und Innungsbetriebe. Das gute Ergebnis sei auch deshalb bemerkenswert, weil sich die Zahl der Reparatur- und Wartungsaufträge 2011 deutlich erhöht habe. Erfolgsgaranten und -kriterien in Sachen Kundenzufriedenheit und Kundenbindung sind laut Beranek der Gesamteindruck des Betriebs, Höflichkeit und Sachkunde des Personals, die Qualität der Arbeiten sowie die Genauigkeit der Rechungsaufstellung und die Einhaltung des Kostenvoranschlages.

 

Beranek sieht in den drei traditionellen Geschäftsbereichen der Branche - Neuwagenverkauf, Gebrauchtwagenverkauf und Service - „ein sehr spannendes Jahr 2012“. Die Struktur der Neuzulassungen in Hessen spiegele ein „überdurchschnittliches gewerbliches Verkaufsvolumen“ wider. Denn der Dieselanteil an den Neuzulassungen beträgt 50,7 Prozent, mehr als fünf Prozent über dem Vorjahreszeitraum. „Hessen ist eine Diesel-Hochburg, wobei Neuzulassungen und Bestand ein starkes Nord-Süd-Gefälle zeigen“, so Beranek. Wer sei sich schon der Tatsache bewusst, dass 75 Prozent aller hessischen Personenkraftwagen im Regierungspräsidium Darmstadt „zu Hause“ sind.

 

Erfreuliche Steigerungsraten - allerdings auf niedrigem Niveau und mit einem Anteil von 0,68 Prozent am gesamten Zulassungsergebnis - vermelde die Branche bei neuen und gebrauchten Pkw mit alternativen Antrieben. Insgesamt weist die Statistik für Hessen 2230 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus, 2010 waren es 2080. Einem stabilen Käuferinteresse stünden bei diesen Fahrzeugen noch immer der Preis und die zu geringe Reichweite entgegen, so Beranek.

 

In den Ausbildungsbetrieben der Kfz-Branche wurden 2011 hessenweit 2193 neue Ausbildungsverträge geschlossen, 250 mehr als im Jahr zuvor. Erfreulicherweise sei die Tendenz weiterhin steigend. Aus gutem Grund dürfe die Suche nach Auszubildenden, die einmal zu qualifizierten Mitarbeitern heranreifen sollen, keinesfalls vernachlässigt werden.

 

Beranek und Björn Hendrischke, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gießen, zeichneten namens der Handwerkskammer Wiesbaden Kraftfahrzeugmeister Christoph Frisch (Langgöns) für sein 25-jähriges Geschäftsjubiläum aus. Der Gießener Rechtsanwalt Johannes Haas referierte zum Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

 

Die Kfz-Innung Oberhessen ist mit über 350 Mitgliedsfirmen aus den Landkreisen Gießen, Vogelsberg und Wetterau die größte aller 19 in der Kreishandwerkerschaft zusammengeschlossenen Handwerksinnungen.

 

 

 

Foto:Übergabe der Ehrenurkunde zum 25-jährigen Geschäftsjubiläum der Firma Christoph Frisch (Langgöns). Das Bild zeigt (v. l.) Obermeister Hans-Joachim Beranek, Kfz-Meister Christopher Frisch, Martina Frisch und Björn Hendrischke. Bild: Ewert

 

 

Weitere Nachrichten finden Sie auch unter: www.giessener-anzeiger.de

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