Lahn-Dill / Biedenkopf | 20.07.2010
Wirtschaft billigt Euro-Rettungspakt
Anfang Mai hat sich die Europäische Union zur Stützung des Euro auf neue Garantien und Kredite im Gesamtumfang von 750 Milliarden Euro verständigt. Das Bundeskabinett hat die Beteiligung Deutschlands an dem Rettungspaket beschlossen. Das Kabinett billigte in einer Sondersitzung das Gesetz zur Stabilisierung der Euro-Zone. Andreas Tielmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Lahn-Dill, stellte bei aller gerechtfertigten Kritik an den Beschlüssen des Eurogipfels klar, dass „ein Crash der Gemeinschaftswährung und die Wiedereinführung der D-Mark die Wettbewerbssituation der mittelhessischen und deutschen Wirtschaft massiv verschlechtern würden.“ So müsste mit einer drastischen Aufwertungsrally der neuen D-Mark gerechnet werden. In deren Gefolge stünden hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland auf dem Spiel. Ähnlich beurteilte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann die Lage. Im Interview mit dem Tagesspiegel sagte Driftmann, das Ausscheiden einzelner EU-Staaten aus der Währungsunion sei „keine Option“. Er erinnerte zudem daran, dass die Währungsunion nicht nur eine wirtschaftspolitische Bedeutung habe. Als Konsequenz aus der Euro-Krise müsse die EU künftig dafür sorgen, dass derart hohe Defizite gar nicht erst entstünden. „Dazu muss die Kommission mehr Sanktionsmöglichkeiten bekommen“, forderte der DIHK-Präsident.
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