Der Arbeitsmarkt im April

Arbeitslosigkeit nimmt im April weiter kräftig ab

Limburg - Weilburg | 30.04.2010


* Arbeitslosenquote sinkt im April auf 6,2 Prozent
* 250 Arbeitslose weniger als im Vormonat, 292 weniger als im April 2009
* Alle Personenkreise des Arbeitsmarktes profitieren von positiver Entwicklung

Pressemitteilung 036-2010 der AA Limburg: Der Arbeitsmarkt im April 2010

Im Landkreis Limburg-Weilburg ist die Zahl der Arbeitslosen im April 2010 gegenüber dem Vormonat um 250 auf 5.513 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt im April bei 6,2 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im März betrug die Quote 6,5 Prozent. Vor Jahresfrist waren 5.805 Arbeitslose gemeldet - die Arbeitslosenquote betrug seinerzeit 6,6 Prozent.


Die Arbeitskräftenachfrage lag im April 2010 erneut über Vorjahresniveau: 404 gemeldete versicherungspflichtige Stellen bedeuteten einen Anstieg von 15,4 Prozent gegenüber April 2009.


"Die Arbeitslosigkeit hat in diesem Monat erneut kräftig abgenommen. Weniger April-Arbeitslose gab es im Kreis Limburg-Weilburg letztmals vor acht Jahren. Alle Personenkreise des Arbeitsmarktes haben an der positiven Entwicklung partizipiert." Dies sind die drei Kernbotschaften, die Carola Petersen, Vorsitzende der Geschäftsführung der Limburger Arbeitsagentur, am Donnerstag bei Vorlage der aktuellen Arbeitsmarktzahlen für den April verkündet hat. Begünstigt wurde die Entwicklung im Wesentlichen durch die frühlingshafte Witterung und die -wenn auch noch sehr zögerliche- konjunkturelle Erholung. Obwohl die heimischen Unternehmen in den ersten vier Monaten dieses Jahres bereits 158 offene Stellen mehr gemeldet haben als vor Jahresfrist, warnt Petersen vor überzogenen Erwartungen. Die Auftragsbücher der Betriebe würden sich zwar allmählich wieder füllen, allerdings sei die Auftragsreichweite im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringer, so dass es noch zu früh sei, verlässliche Prognosen abzugeben. Die Agentur-Chefin mahnt deshalb zur Geduld: "Die Konjunkturkrise hat weite Teile der Wirtschaft in bislang beispielloser Weise existenziell bedroht. Ich habe Verständnis dafür, dass Betriebe bei eingehenden Aufträgen nicht sofort in erheblichem Maße zusätzliches Personal einstellen. Zunächst gilt es, Kurzarbeit zurückzufahren, leere Arbeitszeitkonten wieder aufzufüllen und -soweit möglich- ‚auf Sicht' mit zusätzlichen Mitarbeitern zu produzieren. ‚Auf Sicht' kann auch heißen, anfänglich mit Zeitarbeit oder befristeter Beschäftigung zu agieren. Unsere Betriebe sind klug genug, bei Verstetigung der Auftragslage das eigene Stammpersonal auszuweiten." Dass der Limburger Arbeitsmarkt von der Krise bislang nahezu verschont geblieben sei, führt Petersen vor allem auf die umsichtige Personalpolitik der Arbeitgeber in der Region zurück.


Der marginale Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im dritten Quartal des letzten Jahres sei vorwiegend Beschäftigungsverlusten im Zeitarbeitsgewerbe geschuldet. Hier sei die Zahl der Arbeitnehmer um ein Drittel geschrumpft. Die Vorsitzende der Geschäftsführung ist überzeugt, dass die Arbeitnehmerüberlassung diese Verluste ausgleicht, sobald die Wirtschaft wieder mehr Fahrt aufnimmt. Petersen: "Die Zeitarbeit puffert die Beschäftigungslage in jeder Konjunkturphase. Durch diesen ‚Ziehharmonika-Effekt' können andere Branchen schnell auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren. Gerade die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass dies in Krisenzeiten die Arbeitsplätze der Stammbelegschaften in den Betrieben sichert."


Petersen berichtet auch über Beschäftigungsgewinne in anderen Wirtschaftsbereichen. Obwohl die Beschäftigung insgesamt um 0,2 Prozent zurückgegangen sei, hätten insbesondere die Bauwirtschaft, das Verkehrsgewerbe und das Gesundheits- und Sozialwesen zusätzliche Arbeitsplätze generiert.


Zu- und Abgang an Arbeitslosen
Im April wurden 1.507 Arbeitslosenzugänge registriert, 105 oder 6,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Gleichzeitig meldeten sich im abgelaufenen Monat 1.766 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab. Dies sind 36 Abmeldungen oder 2,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist.


Bestand an Arbeitslosen
Die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Landkreis Limburg-Weilburg sank sich im April um 250 Erwerbslose oder 4,3 Prozent auf 5.513 Personen. Sie liegt somit um 292 Personen oder 5,0 Prozent niedriger als im Vorjahr.

1.795 Arbeitslose oder 32,6 Prozent sind dem Personenkreis des SGB III zuzuordnen, der von der Agentur für Arbeit Limburg betreut wird. Im Vergleich zum Vormonat entspricht dies einem Rückgang von 113 Arbeitslosen oder 5,9 Prozent - gegenüber dem Vorjahr waren 208 Arbeitslose weniger zu verzeichnen (-10,4 Prozent).

3.718 Arbeitslose oder 67,4 Prozent gehören dem Personenkreis des SGB II an. Die Betreuung dieser Arbeitslosen liegt im Verantwortungsbereich der Arbeitsgemeinschaft Limburg-Weilburg.

Die Arbeitsgemeinschaft betreut somit 137 Arbeitslose weniger als im März (-3,6 Prozent). Der Vorjahresbestand wurde um 84 Personen oder 2,2 Prozent unterschritten.


Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote für den Bezirk Limburg-Weilburg berechnet sich auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen. Sie ging im April um 0,3 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent zurück. Vor einem Jahr betrug die Quote 6,6 Prozent.


Männer und Frauen
Bei den Männern verminderte sich die Zahl derer, die arbeitslos sind, gegenüber dem Vormonat um 6,1 Prozent oder 190 Personen auf 2.909 Erwerbslose. Bei den arbeitslosen Frauen war ein Rückgang um 60 Personen (-2,3 Prozent) festzustellen. Derzeit sind 2.604 Frauen ohne Erwerbsbeschäftigung.

Aufgeschlüsselt nach Rechtskreisen: Die Anzahl der bei der Arbeitsagentur (SGB III) gemeldeten arbeitslosen Männer ging gegenüber dem Vormonat um 123 (-10,5 Prozent) auf 1.052 Erwerbslose zurück. Bei den agenturbetreuten Frauen gab es gegenüber März einen Anstieg um 10 Personen oder 1,4 Prozent. Bei der Arbeitsagentur sind aktuell insgesamt 743 erwerbslose Frauen registriert.

Im Rechtskreis des SGB II nahm die Zahl der arbeitslosen Männer im Vormonatsvergleich um 67 auf 1.857 (-3,5 Prozent) ab. Bei den arbeitslosen Frauen verzeichnete die ARGE einen Rückgang um 70 Erwerbslose (-3,6 Prozent). Hier sind nunmehr 1.861 Frauen arbeitslos gemeldet.


Besondere Personengruppen

Jugendliche
Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ging im April zurück. Gegenüber dem Vormonat waren 65 Jugendliche weniger gemeldet (nunmehr 623 Arbeitslose). Dies entspricht einem Rückgang von 9,4 Prozent. Die Arbeitslosigkeit dieses Personenkreises bewegt sich unter Vorjahresniveau (-65 absolut entsprechen einem Rückgang von ebenfalls 9,4 Prozent).

Die Agentur für Arbeit unterstützt aktuell 322 Bewerber unter 25 Jahre bei ihren Bemühungen, die Arbeitslosigkeit zu beenden. Dies sind 28 Jugendliche oder 8,0 Prozent weniger als im März, bzw. 58 oder 15,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Bei der ARGE sind derzeit 301 jugendliche Arbeitslose registriert. Dies sind 37 Jugendliche oder 10,9 Prozent weniger als im Vormonat. Im April 2009 waren 308 junge Menschen betroffen. Der aktuelle Wert liegt 2,3 Prozent unter dem Vorjahresstand.


Ältere Arbeitnehmer
Die älteren Arbeitslosen haben nur leicht von der positiven Arbeitsmarktentwicklung profitiert. Ihre Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat nur geringfügig reduziert. Im April 2010 waren 1.315 Arbeitslose älter als 50 Jahre. Dies waren 10 Bewerber weniger als vor Monatsfrist (- 0,8 Prozent). Im April 2009 waren noch 7 Arbeitslose (oder 0,5 Prozent) weniger gemeldet.

Die Agentur für Arbeit Limburg weist aktuell 546 ältere Arbeitslose aus, dies entspricht einem Minus von 8 Personen oder 1,4 Prozent im Vormonatsvergleich. Gegenüber dem Vorjahr konnte agenturseitig ein Anstieg von 11 älteren Arbeitslosen (+2,1 Prozent) konstatiert werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Limburg-Weilburg betreute im April 769 ältere Arbeitslose, 2 Erwerbslose oder 0,3 Prozent weniger als im März. Im Vorjahresmonat waren 773 ältere Personen bei der ARGE gemeldet.


Ausländer
Die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Ausländer hat sich binnen Jahresfrist um 5,8 Prozent oder 73 auf 1.175 Personen verringert. Gegenüber März weist die Arbeitsmarktstatistik eine Abnahme um 71 Arbeitslose oder 5,7 Prozent aus. Die Arbeitsagentur meldet 189 arbeitslose Ausländer, dies sind 18 oder 8,7 Prozent weniger als im April 2009. Bei der Arbeitsgemeinschaft sind derzeit 986 Ausländer als arbeitslos registriert, 55 oder 5,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.


Langzeitarbeitslose
Die Langzeitarbeitslosigkeit konnte nachhaltig reduziert werden. Waren im April 2009 noch 1.680 Personen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, sind aktuell noch 1.532 Langzeitarbeitslose gemeldet - ein Rückgang von 8,8 Prozent.


Schwerbehinderte
Der Anteil der Schwerbehinderten unter den Arbeitslosen beträgt 6,3 Prozent. Im April waren 349 schwerbehinderte Personen arbeitslos gemeldet, 22 mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg entspricht 6,7 Prozent.


Gemeldete Stellen
Im April meldeten die heimischen Betriebe und Verwaltungen 404 neu zu besetzende versicherungspflichtige Stellen. Dies war 54 oder 15,4 Prozent mehr als im April 2009.

320 Stellen konnten im April besetzt werden. Dies waren 9 mehr als im Vorjahresmonat, ein Plus von 2,9 Prozent.

Derzeit sind noch 754 Arbeitsstellen als unbesetzt gemeldet.


Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Aktuell liegen die Daten des dritten Quartals 2009 vor. Erstmals seit März 2006 war im Vorjahresvergleich ein leichter Beschäftigungsrückgang zu verzeichnen. Zum 30. September 2009 gab es im Agenturbezirk Limburg 44.980 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Dies waren 109 oder 0,2 Prozent weniger als im dritten Quartal 2008. Die heftigsten Einbußen musste dabei das Zeitarbeitsgewerbe hinnehmen. Der Verlust von 426 Arbeitsplätzen bedeutete einen Rückgang von 33,1 Prozent der Beschäftigten dieser Branche. Es gab aber auch Wirtschaftszweige, in denen Beschäftigungsgewinne zu verbuchen waren. So legte das Baugewerbe im Vorjahrsvergleich um 4,4 Prozent oder 170 Arbeitsplätze zu. Im Verkehrsgewerbe entstanden 157 zusätzliche Arbeitsplätze (+8,2 Prozent); im Gesundheits- und Sozialwesen waren es 123 Arbeitsplätze mehr als vor Jahresfrist (+2,0 Prozent).


Kurzarbeit:
In den achtzehn Monaten Oktober 2008 bis März 2010 gingen bei der Arbeitsagentur Limburg Kurzarbeitsanzeigen von 333 Betrieben für 4.664 Personen ein. Wie viele davon im März tatsächlich kurzgearbeitet haben, ist noch unbekannt. Im Dezember 2009 waren es 116 Betriebe mit 805 Personen, die von konjunktureller Kurzarbeit betroffen waren.

Nach ersten Erkenntnissen blieb die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit im April abermals auf sehr niedrigem Niveau. Bis zum 23. April (also an den ersten 15 von insgesamt 20 Arbeitstagen) wurden in der Arbeitsagentur Limburg 4 Anzeigen für Kurzarbeit mit 52 Personen erfasst. Für den gesamten April werden für die meisten Agenturen schätzungsweise bis zu 38 Prozent mehr Fälle erwartet als bis zur Zwischenauswertung, umgelegt auf diese Agentur also bis zu 5 Anzeigen mit bis zu 70 Personen; eventuell werden die Statistikzahlen aber auch darüber liegen. Damit dürfte die Zahl der seit Oktober 2008 eingegangenen Anzeigen auf Kurzarbeit auf insgesamt 337 bis 338 mit 4.716 bis 4.734 Personen angestiegen sein. Die Statistikzahlen zu den Anzeigen im April werden am 5. Mai im Internet auf der Statistikseite der BA (http://statistik.arbeitsagentur.de) veröffentlicht. Wie hoch die Inanspruchnahme der Kurzarbeit tatsächlich ist, zeigt sich bei der Auswertung der Meldung für das erste Quartal.


Ausbildungsmarkt:
Der Ausbildungsmarkt unterliegt derzeit noch erheblichen Schwankungen. Offenbarte der Jahresfortschrittswert bis März 2010 noch mehr Bewerber und weniger Ausbildungsstellen als im Vorjahr, weist die aktuelle Statistik weniger Bewerber und mehr Stellen aus. Die Arbeitsagentur rechnet ab Juni 2010 mit belastbareren Zahlen.

Von Oktober 2009 bis April 2010 meldeten sich 1.412 Ausbildungssuchende. Dies waren 34 oder 2,4 Prozent weniger als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. 818 dieser Jugendlichen sind derzeit noch unversorgt (Vorjahreswert: 863).

Von den im gleichen Zeitraum gemeldeten 752 Ausbildungsstellen stehen derzeit noch 420 zur Verfügung. Die Zahl der gemeldeten Stellen lag somit 0,7 Prozent höher als vor Jahresfrist (747 Stellen). Ende April 2009 waren 384 Ausbildungsstellen frei.

Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 0,53 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 0,52 Stellen und im April 2008 0,49 Stellen.


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