Limburg - Weilburg | 17.02.2012
Die Zusammenarbeit der Paktpartner, der Agentur für Arbeit Limburg (AA), der Industrie- und Handelskammer Limburg (IHK) und der Kreishandwerkerschaft Limburg (KH) war auch 2011 erfolgreich. Entsprechend des bundesweiten Trends konnte im Landkreis Limburg-Weilburg eine Steigerung von eingetragenen Ausbildungsverhältnissen verzeichnet werden.
„Für den Ausbildungspakt 2011 ziehe ich eine positive Bilanz“, sagt Günther Schmidt, Präsident der IHK Limburg. „Denn obwohl es bei einigen Unternehmen immer schwieriger wird, alle Lehrstellen zu besetzen, können wir bei den Neuverträgen ein ordentliches Plus verzeichnen. Hierin spiegelt sich für unseren Kreis Limburg-Weilburg das ungebrochen hohe Engagement der ausbildenden Unternehmen und der Paktpartner wider.“
Die Geschäftsstatistik der Agentur für Arbeit weist zum Ende des Ausbildungsjahres folgendes aus (Die Vorjahreszahlen zum Vergleich in Klammern):
- Gemeldete Ausbildungsstellen: 1.172 (1.051 / + 11,5 Prozent)
- Gemeldete Bewerber: 1.899 (1.862 / + 2,0 Prozent)
- Einmündungen in Ausbildung: 882 ( 846 / + 4,3 Prozent)
- Unversorgte Bewerber: 15 ( 26 / - 42,3 Prozent)
- Unbesetzte Ausbildungsplätze: 68 ( 50 / + 36,0 Prozent)
„Die demographische Entwicklung ist irreversibel“, stellt Heike Hengster, Leiterin der Limburger Arbeitsagentur, fest. „Rapide sinkende Schulabgängerzahlen bei gleichzeitig steigender Fachkräftenachfrage erfordern neue Strategien, damit uns kein Talent verloren geht.“ Neben Hauptschülern, Migranten und behinderten jungen Menschen sieht Hengster auch Qualifizierungspotenzial bei bereits gering qualifizierten Beschäftigten in den Unternehmen sowie bei Frauen und Männern nach der Familien- oder Pflegezeit
IHK und KH haben zum 31.12.2011 folgende Anzahl von Ausbildungsverträgen registriert (zum Vergleich in Klammern: Anzahl registrierter neuer Ausbildungsverträge zum 31.12.2010):
- IHK: 570 (556) (+ 4,3 %)
- KH: 393 (385) (+ 2,5 %)
Bis Ende des Jahres konnten 45 Plätze für Einstiegsqualifizierungen (EQ) besetzt werden. Dieses Praktikum, das auch Schülern mit unterdurchschnittlichen Noten eine Chance auf Ausbildung bietet, hat sich bewährt. Rund 70 Prozent der EQ-ler werden in die Ausbildung übernommen und steigen nach dem Praktikum gleich ins zweite Ausbildungsjahr ein.
Auch 2011 fand, wie im Vorjahr, aufgrund der geringen Anzahl der noch nicht vermittelten Bewerber keine Nachvermittlungsaktion statt. Allen konnten in Einzelgesprächen tragfähige Angebote unterbreitet werden.
Fachkräftenachwuchs durch Ausbildung sicherstellen
Die Duale Ausbildung in Deutschland hat eine lange Tradition und wird ständig weiterentwickelt sowie den Anforderungen und dem Bedarf der Wirtschaft angepasst. Das hohe Niveau vieler Ausbildungsberufe und die ganzheitliche Handlungskompetenz der Ausgebildeten ist ein Alleinstellungsmerkmal für Deutschland, von dem die Wirtschaft in ihrer Wettbewerbsfähigkeit überaus profitiert.
Dennoch ist der Fachkräftemangel für Deutschland eine große Herausforderung, die durch den demografischen Wandel noch verstärkt wird. Das ist auch im Landkreis Limburg-Weilburg langsam spürbar. In einzelnen Branchen ist es bereits schwierig, Fachkräfte auszubilden und zu binden.
Die Paktpartner sind sich einig, dass daher noch mehr darauf geachtet werden muss, dass die Region nicht immer mehr junge Menschen verliert. Der Landkreis verfügt über eine gut aufgestellte Wirtschaft. Allerdings muss weiter in Ausbildung investiert werden, um den Fachkräftenachwuchs sicherstellen zu können. Es hat sich schon seit Jahrzehnten erwiesen, dass die optimale Lösung für die Sicherstellung eines gut ausgebildeten Mitarbeiterstammes die Rekrutierung der Fachkräfte aus dem eigenen Unternehmen ist.
Für den Ausbildungspakt sehen die Paktpartner die zentrale Herausforderung künftig vor allem darin, mehr Jugendliche ohne Umweg direkt in die Ausbildung zu bringen. Außerdem sollte der unübersichtliche Dschungel der Fördermaßnahmen, der viel kostet und häufig nur wenig bringt, durchforstet werden. Bund und Länder sollten sich auf die effektiven Maßnahmen konzentrieren.
Der Pakt vor Ort wird gelebt
Der Pakt für Ausbildung im Kreis Limburg-Weilburg funktioniert; die Beteiligen arbeiten konstruktiv und intensiv miteinander. AA, IHK und KH im Landkreis Limburg werden die Schulabgänger auch weiterhin darin unterstützen, sich ausführlich über Berufe, ihre Anforderungen oder ihre beruflichen Perspektiven nach der Ausbildung zu informieren, um eine sichere Berufswahl treffen zu können.
Dazu gehören auch gute Informationen über die Ausbildungsmöglichkeiten im Kreis Limburg-Weilburg. Die nachfolgenden Aktivitäten sind bereits fest eingeplant:
- Neue zentrale IHK-Lehrstellenbörse
- In das Modellprojekt „Schulpatenschaft“ der IHK Limburg werden die ausbildenden Handwerksbetriebe vor Ort einbezogen
- Modellprojekt der IHK Limburg „Basics in Business“ mit der Marienschule
- Programm „Karriere mit Lehre“ der Kreishandwerkerschaft
- Einstellungstests einiger Innungen
- Berufsinformationstage der Agentur für Arbeit, der IHK und der HK
- Vortragsreihe für Abiturienten und Fachhochschüler bei der Arbeitsagentur
- Bewerbertag der Arbeitsagentur für Schüler und Studenten
- Girls Day – bei allen Paktpartnern
- Laufende persönliche und telefonische Akquise von Ausbildungsplätzen
- Wenn notwendig: Nachvermittlungsaktion im Spätsommer 2012 unter Beteiligung aller Paktpartner
Als erste Ansprechpartner für Schulabgänger, ihre Eltern und Unternehmen stehen zur Verfügung:
- In der IHK: Frau Günther, Tel.: 06431 210-152
- In der KH: Frau Sturm, Tel.: 06431 9146-16
- In der Agentur für Arbeit: Ansprechpartner für Arbeitnehmer, Tel.: 01801 555111, Ansprechpartner für Arbeitgeber, Tel.: 01801 664466
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