Reform in der dualen Ausbildung

Dschungel der 400 Ausbildungsberufe lichtet sich

Limburg - Weilburg | 09.03.2012

Büroberufe werden neu geordnet und modernisiert
Büroberufe werden neu geordnet und modernisiert

Anstatt Bürokaufleuten, Kaufleuten für Bürokommunikation und Fachangestellten für Bürokommunikation sollen künftig Kaufleute für Büromanagement ausgebildet werden.

Reform betrifft einen der größten Bereiche der dualen Ausbildung.

Arbeitsagentur sieht Vorteile für Auszubildende, Unternehmen und Berufsschulen.

Experten der Tarifpartner, des Bundes und der Länder sowie des Bundesinstituts für Berufsbildung würden derzeit an der Struktur des neuen Berufsbildes arbeiten. Neben einer Vereinheitlichung grundlegender Ausbildungsinhalte seien auch Differenzierungsmöglichkeiten geplant, heißt es in der Mitteilung der Agentur für Arbeit weiter. Dadurch erhöhe sich die Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt sowohl für die zukünftigen Kaufleute, als auch die Unternehmen. Agentursprecher Ralf Fischer begrüßt die Initiative: „Zum einen lichtet sich dadurch der Dschungel der 400 anerkannten Ausbildungsberufe. Das macht es jungen Menschen leichter, sich beruflich zu orientieren. Außerdem weitet sich für den angehenden Kaufmann das Spektrum der beruflichen Möglichkeiten.“ Auch für Arbeitgeber werde es wegen des einheitlichen Berufsbildes künftig einfacher, kaufmännisch ausgebildete Bewerber miteinander zu vergleichen. Letztlich sei es auch vor dem Hintergrund sinkender Schulabgängerzahlen klug, Berufsbilder zu vereinheitlichen. „Bliebe man bei den drei Ausbildungsberufen würde das in naher Zukunft zwangsläufig dazu führen, dass zu kleine Berufsschulklassen entstünden, die dann häufig nicht mehr wohnort- und betriebsnah angeboten werden könnten“. Auch in den Ausbildungs- und Prüfungsprozessen ließen sich so Synergien erzeugen. Zudem würden die neuen Lehrpläne auf die aktuellen Anforderungen in den Unternehmen abgestimmt werden – nicht mehr zeitgemäße Ausbildungsinhalte gingen „über Bord“.

In den bisherigen drei Ursprungsberufen gibt es nach Fischers Angaben derzeit bundesweit rund 90.000 Ausbildungsverhältnisse. Die Reform beträfe somit einen der größten Bereiche der dualen Ausbildung. Das neue Berufsbild soll zum 1. August 2013 oder 2014 in Kraft treten.

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