Agentur für Arbeit Limburg
Im Landkreis Limburg-Weilburg ist die Zahl der Arbeitslosen im August 2010 gegenüber dem Vormonat um 71 auf 5.323 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt im August unverändert bei 6,1 Prozent. Vor Jahresfrist waren 5.647 Arbeitslose gemeldet - die Arbeitslosenquote betrug seinerzeit 6,4 Prozent.
Die Arbeitskräftenachfrage lag im August 2010 erneut über Vorjahresniveau: 377 gemeldete versi-cherungspflichtige Stellen bedeuteten einen Anstieg von 10,9 Prozent gegenüber August 2009.
„Die Arbeitslosigkeit im Kreis Limburg-Weilburg nimmt weiter kontinuierlich ab – gleichzeitig steigt die Be-schäftigung in unseren Unternehmen“, kennzeichnet die Chefin der Limburger Arbeitsagentur, Carola Pe-tersen, die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung. Der Rückgang der Erwerbslosenzahlen sei im August etwas geringer ausgefallen als in einigen anderen hessischen Regionen – dort hätte die Wirtschaftskrise zuvor allerdings auch höhere Arbeitslosenzahlen und tiefere Beschäftigungseinschnitte hinterlassen. „Ganz im Gegensatz zu anderen Agenturbezirken haben wir am Arbeitsmarkt fast keine Auswirkungen der Wirt-schaftskrise festgestellt“, so Petersen rückblickend. Sollte sich der Aufschwung weiter verstärken, würden die Wirtschaftsregionen, die am meisten unter der Krise gelitten habe, zukünftig wieder deutlich am Ar-beitsmarkt aufholen. Wie gut der Kreis Limburg-Weilburg die Wirtschaftskrise überstanden hat, macht die Vorsitzende auch an der Beschäftigungsentwicklung fest. „Im Vorjahresvergleich haben wir nur im dritten Quartal 2009 einen minimalen Beschäftigungsrückgang von 0,2 Prozent hinnehmen müssen. Während im vierten Quartal 2009 hessenweit noch ein Arbeitsplatzverlust von 0,4 Prozent verkraftet werden musste, hat Limburg-Weilburg im gleichen Zeitraum bereits 0,7 Prozent zusätzliche Beschäftigung geschaffen“, unterstreicht Petersen. Erfreulich sei ferner, dass auch in diesem Monat insbesondere die von der ARGE-Limburg Weilburg betreuten „Hartz IV-Arbeitslosen“ von der positiven Entwicklung profitiert hätten. So habe sich im Rechtskreis des SGB II die Arbeitslosigkeit bei älteren Arbeitslosen, Ausländern und Schwerbehin-derten günstiger entwickelt als im Rechtskreis des SGB III.
Zu- und Abgang an Arbeitslosen
Im August wurden 1.625 Arbeitslosenzugänge registriert, 126 oder 8,4 Prozent mehr als im Vorjahresmo-nat.
Gleichzeitig meldeten sich im abgelaufenen Monat 1.690 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab. Dies sind 203 Abmeldungen oder 13,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist. 466 dieser Abmeldungen resultierten aus Beschäftigungsaufnahmen am ersten Arbeitsmarkt. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet dies ein Plus von 33,9 Prozent.
Bestand an Arbeitslosen
Die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Landkreis Limburg-Weilburg fiel im August um 71 Erwerbslose oder 1,3 Prozent auf 5.323 Personen. Sie liegt somit um 324 Personen oder 5,7 Prozent niedriger als im Vor-jahr.
1.756 Arbeitslose oder 33,0 Prozent sind dem Personenkreis des SGB III zuzuordnen, der von der Agentur für Arbeit Limburg betreut wird. Im Vergleich zum Vormonat entspricht dies einem Rückgang von 3 Arbeits-losen oder 0,2 Prozent - gegenüber dem Vorjahr waren 275 Arbeitslose weniger zu verzeichnen (-13,5 Pro-zent).
3.567 Arbeitslose oder 67,0 Prozent gehören dem Personenkreis des SGB II an. Die Betreuung dieser Ar-beitslosen liegt im Verantwortungsbereich der Arbeitsgemeinschaft Limburg-Weilburg.
Die Arbeitsgemeinschaft betreut somit 68 Arbeitslose mehr als im Juli (-1,9 Prozent). Der Vorjahresbestand wurde um 49 Personen oder 1,4 Prozent unterschritten.
Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote für den Bezirk Limburg-Weilburg berechnet sich auf Basis aller zivilen Erwerbsper-sonen. Sie blieb im August unverändert bei 6,1 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 6,4 Prozent.
Männer und Frauen
Bei den Männern verminderte sich die Zahl derer, die arbeitslos sind, gegenüber dem Vormonat um 3,2 Prozent oder 89 Personen auf 2.671 Erwerbslose. Bei den arbeitslosen Frauen war ein Anstieg um 18 Per-sonen (+0,7 Prozent) festzustellen. Derzeit sind 2.652 Frauen ohne Erwerbsbeschäftigung.
Aufgeschlüsselt nach Rechtskreisen: Die Anzahl der bei der Arbeitsagentur (SGB III) gemeldeten arbeits-losen Männer sank gegenüber dem Vormonat um 25 (-2,6 Prozent) auf 949 Erwerbslose an. Bei den agenturbetreuten Frauen gab es gegenüber Juli einen Anstieg um 22 Personen oder 2,8 Prozent. Bei der Arbeitsagentur sind aktuell insgesamt 807 erwerbslose Frauen registriert.
Im Rechtskreis des SGB II nahm die Zahl der arbeitslosen Männer im Vormonatsvergleich um 64 auf 1.722 (-3,6 Prozent) ab. Bei den arbeitslosen Frauen verzeichnete die ARGE einen Rückgang um 4 Erwerbslose (-0,2Prozent). Hier sind nunmehr 1.845 Frauen arbeitslos gemeldet.
Besondere Personengruppen
Jugendliche
Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren nahm im August wieder ab. Gegenüber dem Vormonat waren 85 Jugendliche weniger gemeldet (nunmehr 680 Arbeitslose). Dies entspricht einem Rückgang von 11,1 Pro-zent. Die Arbeitslosigkeit dieses Personenkreises bewegt sich unter Vorjahresniveau (-266 absolut ent-sprechen einem Rückgang von 28,1 Prozent).
Die Agentur für Arbeit unterstützt aktuell 364 Bewerber unter 25 Jahre bei ihren Bemühungen, die Arbeits-losigkeit zu beenden. Dies sind 60 Jugendliche oder 14,2 Prozent weniger als im Juli, bzw. 183 oder 33,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Bei der ARGE sind derzeit 316 jugendliche Arbeitslose registriert. Dies sind 25 Jugendliche oder 7,3 Pro-zent weniger als im Vormonat. Im August 2009 waren 399 junge Menschen betroffen. Der aktuelle Wert liegt 20,8 Prozent unter dem Vorjahresstand.
Ältere Arbeitnehmer
Die Zahl der älteren Arbeitslosen hat sich im Vergleich zum Vormonat nur geringfügig erhöht. Im August 2010 waren 1.284 Arbeitslose älter als 50 Jahre. Dies waren 6 Bewerber mehr als vor Monatsfrist (+0,5 Prozent). Im August 2009 waren noch 56 Arbeitslose (oder 4,6 Prozent) weniger gemeldet.
Die Agentur für Arbeit Limburg weist aktuell 548 ältere Arbeitslose aus, dies entspricht einem Plus von 30 Personen oder 5,8 Prozent im Vormonatsvergleich. Gegenüber dem Vorjahr konnte agenturseitig ein An-stieg von 40 älteren Arbeitslosen (+7,9 Prozent) konstatiert werden.
Die Arbeitsgemeinschaft Limburg-Weilburg betreute im August 736 ältere Arbeitslose, 24 weniger als im Juli (-3,2 Prozent). Im Vorjahresmonat waren 720 ältere Personen bei der ARGE gemeldet.
Ausländer
Die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Ausländer hat sich binnen Jahresfrist um 0,8 Prozent oder 9 auf 1.054 Personen reduziert. Gegenüber Juli weist die Arbeitsmarktstatistik einen Rückgang um 28 Ar-beitslose oder 2,6 Prozent aus. Die Arbeitsagentur meldet 141 arbeitslose Ausländer, dies sind 15 oder 9,6 Prozent weniger als im August 2009. Bei der Arbeitsgemeinschaft sind derzeit 913 Ausländer als arbeitslos registriert, 6 oder 0,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Langzeitarbeitslose
Die Langzeitarbeitslosigkeit konnte weiter reduziert werden. Waren im August 2009 noch 1.595 Personen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, sind aktuell noch 1.563 Langzeitarbeitslose gemeldet – ein Rück-gang von 2,0 Prozent.
Schwerbehinderte
Der Anteil der Schwerbehinderten unter den Arbeitslosen beträgt 7,0 Prozent. Im August waren 372 schwerbehinderte Personen arbeitslos gemeldet, 59 mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg entspricht 18,8 Prozent. Während der Rechtskreis SGB III im Vorjahresvergleich einen Anstieg von 45 erwerbslosen Schwerbehinderten (+ 26,8 Prozent) hinnehmen musste, erhöhte sich die Zahl der von der ARGE betreu-ten schwerbehinderten Arbeitslosen im gleichen Zeitraum um 14 Personen oder 9,7 Prozent.
Gemeldete Stellen
Im August meldeten die heimischen Betriebe und Verwaltungen 377 neu zu besetzende versicherungs-pflichtige Stellen. Dies war 37 oder 10,9 Prozent mehr als im August 2009.
442 Stellen konnten im August besetzt werden. Dies waren 58 mehr als im Vorjahresmonat, ein Plus von 15,1 Prozent.
Derzeit sind noch 922 Arbeitsstellen als unbesetzt gemeldet.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Aktuell liegen die Daten des vierten Quartals 2009 vor. Zum 31. Dezember 2009 gab es im Agenturbezirk Limburg 44.515 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 305 oder 0,7 Prozent mehr als im vierten Quartal 2008. Hessenweit ging die Beschäftigung im gleichen Zeitraum um 0,4 Prozent zurück. Somit verzeichnete der Landkreis während des Krisenjahres 2009 nur im dritten Quartal einen Beschäftigungsrückgang, der im Folgequartal wieder mehr als ausgeglichen werden konnte.
Heftige Einbußen musste im Agenturbezirk Limburg allerdings das Zeitarbeitsgewerbe hinnehmen. Der Verlust von 225 Arbeitsplätzen bedeutete einen Rückgang von 22,3 Prozent der Beschäftigten dieser Branche. Das verarbeitende Gewerbe verlor 116 Arbeitsplätze (-1,3 Prozent), der Handel 89 (-1,0 Prozent).
Es gab aber auch Wirtschaftszweige, in denen Beschäftigungsgewinne zu verbuchen waren. So legte das Baugewerbe im Vorjahrsvergleich um 5,9 Prozent oder 217 Arbeitsplätze zu. Im Gesundheits- und Sozial-wesen entstanden 196 zusätzliche Arbeitsplätze (+3,1 Prozent), im Verkehrsgewerbe waren es 74 Arbeits-plätze mehr als vor Jahresfrist (+3,8 Prozent). Im Gastgewerbe wurden ebenfalls 74 zusätzliche sozialver-sicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen (+ 6,9 Prozent).
Realisierte Kurzarbeit
Die aktuellen Daten zur realisierten Kurzarbeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg für die Monate bis einschließlich April 2010 werden am 31. August im Internet (http://statistik.arbeitsagentur.de -> Statistik nach Themen -> Leistungen SGB III -> Zu den Daten) unter „Kurzarbeit – aktuelle Daten zur realisierten Kurzarbeit“ veröffentlicht.
Angezeigte Kurzarbeit
In den Oktober 2008 bis Juli 2010 gingen bei der Arbeitsagentur Limburg Kurzarbeitsanzeigen von 349 Betrieben für 4.825 Personen ein.
Nach ersten Erkenntnissen liegen die Anzeigen für Kurzarbeit im August bezogen auf die Anzahl der Be-triebe erneut auf niedrigem Niveau. Bis kurz vor Ende des Monats wurde in der Agentur Limburg eine An-zeige für Kurzarbeit mit 8 Personen erfasst. Damit dürfte die Zahl der seit Oktober 2008 eingegangenen Anzeigen auf Kurzarbeit auf insgesamt 350 mit 4.833 Personen angestiegen sein.
Die Statistikzahlen zu den Anzeigen im August werden am 3. September im Internet auf der Statistikseite der BA (http://statistik.arbeitsagentur.de) veröffentlicht.
Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2009 bis August 2010 meldeten sich 1.787 Ausbildungssuchende. Dies waren 10 oder 0,6 Prozent mehr als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. 239 dieser Jugendlichen sind derzeit noch unver-sorgt (Vorjahreswert: 219).
Von den im gleichen Zeitraum gemeldeten 957 Ausbildungsstellen stehen derzeit noch 107 zur Verfügung. Die Zahl der gemeldeten Stellen lag somit 1,6 Prozent höher als vor Jahresfrist (942 Stellen). Ende August 2009 waren noch 107 Ausbildungsstellen frei.
Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 0,54 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 0,53 Stellen.