Limburg - Weilburg | 29.03.2012
Immer weniger Menschen im Landkreis Limburg-Weilburg sind auf Hartz IV-Leistungen angewiesen. Das ist das Fazit der Jahresbilanz 2011, die jetzt das Jobcenter Limburg-Weilburg gezogen hat.
Mit der zweitbesten Integrationsleistung seit Einführung der Grundsicherung im Jahr 2005 sei es dem Jobcenter Limburg-Weilburg nicht nur gelungen, die Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist um 2,5 Prozent auf 3.345 Erwerbslose zu reduzieren. Die Fallmanager und persönlichen Ansprechpartner hätten zudem die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 8,8 Prozent auf 1.465 Betroffene zurückführen können, betont Reinhard Penner, Geschäftsführer des Jobcenters, bei Vorlage der Jahresbilanz 2011. Erweitere man den zeitlichen Fokus auf die Situation von vor sieben Jahren, als die Grundsicherung im Rahmen der Hartz-Reformen der Regierung Schröder eingeführt wurden, sei der Vermittlungserfolg noch höher zu bewerten. Seinerzeit habe die damalige ARGE noch 5.130 Arbeitslose gezählt, von denen 2.089 langzeitarbeitslos waren.
Durch die Abnahme der Arbeitslosigkeit sei nicht zuletzt auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BGs) gesunken, der Haushalte also, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. Waren im Oktober 2010 im Kreisgebiet noch 5.568 Bedarfsgemeinschaften zu verzeichnen, sei ihre Zahl bis Oktober 2011 um 5,3 Prozent auf 5.271 ‚BGs‘ zurückgegangen. Gleichzeitig reduzierte sich die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsbezieher im gleichen Zeitraum von 8.050 auf 7.498 Personen oder 6,9 Prozent. In dieser Statistik werden alle Leistungsempfänger der Grundsicherung erfasst, die im erwerbsfähigen Alter und gesundheitlich in der Lage sind, mindestens drei Stunden am Tag zu arbeiten, ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie aber nicht aus eigener Kraft sichern können.
Entwicklung wirkt sich positiv auf Haushalte aus
Dass von dieser Entwicklung nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch der Bund und der Landkreis Limburg-Weilburg profitieren, zeigt der Blick in die Bilanz. Durch die guten Vermittlungsergebnisse konnten die Ausgaben für passive Leistungen zum Lebensunterhalt einschließlich der kommunalen Kosten für Unterkunft und Heizung erneut gesenkt werden. Für Arbeitslosengeld und Sozialgeld wurden 2011 insgesamt 2.570.000 Euro weniger ausgegeben als im Vorjahr. „Dass uns die Reduzierung der Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen Einsparungen der passiven Leistungen trotz der vom Bund um knapp ein Drittel gekürzten Fördermittel für Eingliederungsleistungen gelungen ist, belegt, dass wir in wirkungsorientierte Instrumente investiert haben“, erläutert Penner. So habe man vor allem auf Trainings-, Aktivierungs- und Arbeitgebermaßnahmen gesetzt und gleichzeitig die nur selten zu einer dauerhaften Eingliederung führenden Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs) um mehr als die Hälfte reduziert.
Insgesamt habe das Jobcenter im letzten Jahr 5,8 Mio Euro für beschäftigungsfördernde Maßnahmen ausgegeben. Die Gesamtausgaben für das Jobcenter beziffert der Geschäftsführer auf 58,8 Mio Euro. Dabei machten die passiven Leistungen ‚Arbeitslosengeld2 und Sozialgeld‘ (23,8 Mio Euro) sowie ‚Kosten für Heizung und Unterkunft‘ (21,2 Mio Euro) drei Viertel des Gesamtbudgets aus. Die Verwaltungskosten lagen bei 7,6 Mio Euro, die Aufwendungen des Jobcenters für das 2012 in Kraft getretene Bildungs- und Teilhabepaket bei 300.000 Euro.
Fördern und Fordern
„Aktivierung besteht aus Fördern und Fordern und ich möchte auch deutlich machen, dass wir die rechtlichen Vorgaben entschieden umsetzten“, bekräftigt Penner mit Blick auf die Sanktionsquote im Kreis. Diese falle bei den arbeitslosen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit 8,1 Prozent bedeutend höher aus, als im Hessenschnitt (5,6 Prozent). Sanktionen resultieren aus nicht eingehaltenen Terminvereinbarungen, Verstößen gegen verbindliche Eingliederungsvereinbarungen und Arbeitsablehnungen ohne wichtigen Grund. Zudem hätten die bei den Außendienstmitarbeiter des Jobcenters im letzten Jahr ungerechtfertigte Auszahlungen von 173.000 Euro aufgedeckt.
Ausblick 2012
Mit der weiteren Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hat sich das Jobcenter für 2012 einen geschäftspolitischen Schwerpunkt gesetzt. Zwar sei die Arbeitslosigkeit bei den unter 25jährigen seit 2005 spürbar zurückgegangen. Allerdings stagniere der Abbau seit zwei Jahren. Über die Hälfte der Jugendarbeitslosen sei älter als 21 Jahre. Dabei verzeichne man ein vermehrtes Auftreten ‚multipler Hemmnisse‘. Hier würden meist fehlende Schulabschlüsse, mangelnde Ausbildungen und Sprachdefizite eine Rolle spielen. Der Jugendarbeitslosigkeit wolle man in diesem Fällen mit sozialintegrativen Leistungen begegnen.
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