Ausbildung

Miriam Weigand löffelt Suppe nicht alleine aus

Limburg - Weilburg | 02.03.2010


· Mensfelderin schließt Lehre ungeachtet schulischer Defizite erfolgreich ab
· Ausbildungsbegleitende Hilfen sichern Ausbildungserfolg der 21jährigen

Miriam Weigand bringt nach Angaben ihres Chefs alles mit, was eine gute Köchin auszeichnet.
„Sie hat Überblick, kann gut kochen, ist teamfähig und identifiziert sich zu einhundert Prozent mit ihrem Beruf und dem Betrieb“, sagt Alex Hartmann, Leiter und Küchenchef der Limburger Jugendherberge.
Dennoch war in den letzten anderthalb Jahren unklar, ob die junge Frau aus Mensfelden ihre Gesellenprüfung auf Anhieb bestehen wird, denn die Berufsschulzeugnisse offenbarten Defizite in der Fachmathematik. „Mathe war schon in der Schule nicht gerade mein Lieblingsfach“, gesteht die ehemalige Hauptschülerin, die sich den Ausbildungsplatz über eine Einstiegsqualifizierung erarbeitet hat und danach sofort ins zweite Ausbildungsjahr eingestiegen ist.

Ihr Ausbilder hat sofort reagiert. Hartmann intensivierte die Ausbildung und fragte bei der Berufsberatung um zusätzlichen Rat. Der Berufsberater bot Miriam ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) an.
Bei der Arbeitsagentur Limburg kennt man das Problem. Deren Sprecher, Ralf Fischer, berichtet: „Im ersten Jahr verläuft die Ausbildung häufig problemlos. Die schulischen Kenntnisse sind noch verwertbar. Sobald die Ausbildung fachspezifischer wird, setzen die Probleme ein. Wenn die Auszubildenden dann keine professionelle Unterstützung erhalten, verzweifeln viele. Nicht selten brechen junge Leute trotz guter praktischer Fertigkeiten an dieser Stelle ihre Lehre ab.“

Im Auftrag der Arbeitsagentur und ARGE helfen Experten des Limburger Bildungswerks der hessischen Wirtschaft, Lücken in der Fachtheorie oder -praxis zu schließen sowie Lernhemmungen, Prüfungsängste und Schwierigkeiten im sozialen Umfeld zu überwinden. Die Berufsschulfächer werden von Meistern und Ingenieuren aus der Region unterrichtet. Diese müssen eine langjährige Praxis in der betrieblichen Ausbildung nachweisen. Das habe sich bewährt, sagt Fischer: „Wenn Auszubildende Probleme in der Berufsschule haben, hilft es oft schon, wenn man den ‚Sendekanal’ wechselt. Die Ausbildungspraktiker nähern sich dem Unterrichtsstoff häufig auf unkonventionelle Weise. Es ist erstaunlich, wie schnell dann manchmal der Groschen fällt.“ Da der Unterricht in Kleinstgruppen oder auch im Einzelunterricht erfolge, könne man sich auf individuelle Problemlagen und Lerngewohnheiten einstellen.

Miriam hat das Angebot angenommen. 18 Monate arbeitete sie jeden Montag im Anschluss an den Berufsschulunterricht jeweils drei Stunden mit der Dozentin und Köchin Sabine Wright an ihren Defiziten. Themen, die sie während des Berufsschulunterrichtes nicht verstanden hatte, bearbeitete die junge Frau gemeinsam mit ihrer Trainerin so lange, bis alle Unklarheiten beseitigt waren. Gegen Ende der Ausbildung wurde der Unterricht zusätzlich auf andere Prüfungsfächer ausgedehnt. „Ich war froh, dass mir jemand geholfen hat und kann jedem Azubi mit Problemen in der Schule nur empfehlen, zu seinen Schwächen zu stehen und jede angebotene Hilfe zu nutzen“, sagt die 21jährige heute. Miriams ‚Nachhilfe’ hat sich gelohnt. Letzten Monat hat sie die Gesellenprüfung mit der Gesamtnote „befriedigend“ abgelegt und wurde vom Ausbildungsbetrieb übernommen.

In Limburg und Weilburg stehen derzeit insgesamt 110 abH-Plätze der Arbeitsagentur und acht der ARGE zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte Auszubildende können sich unter der Rufnummer 01801 555 111*.an die Agentur für Arbeit wenden.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Limburg
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