Limburg - Weilburg | 01.02.2012
- Arbeitslosigkeit steigt im Januar saisonbedingt um 0,6 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent
- 483 Erwerbslose mehr als im Vormonat, 397 weniger als im Januar 2011
- 22,5 Prozent mehr Stellenmeldungen als vor einem Jahr
- Beschäftigung nimmt auch im zweiten Quartal in Limburg-Weilburg kräftig zu
Im Landkreis Limburg-Weilburg ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar 2012 gegenüber dem Vormonat um 483 auf 5.355 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt im Januar bei 6,1 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Vor Jahresfrist waren 5.752 Arbeitslose gemeldet - die Arbeitslosenquote betrug seinerzeit 6,5 Prozent.
Die Arbeitskräftenachfrage lag im ersten Monat des Jahres 2012 erheblich über Vorjahresniveau: 316 gemeldete Arbeitsstellen bedeuteten einen Anstieg von 22,5 Prozent gegenüber Januar 2011.
„Zum Jahresende auslaufende, befristete Arbeitsverträge, das Ende des Weihnachtsgeschäftes und ver-einzelte witterungsbedingte Kündigungen haben die Zahl der Erwerbslosen im Januar steigen lassen. Das ist ein saisonüblicher Anstieg, der wegen der stabilen Wirtschaftslage und dem vergleichsweise milden Winter allerdings deutlich schwächer ausgefallen ist, als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Weniger Januar-Arbeitslose gab es im Übrigen letztmals vor elf Jahren“, erklärt Heike Hengster anlässlich der Ver-öffentlichung der Arbeitsmarktbilanz für den Januar 2012. Vom Anstieg sei vor allem der Rechtskreis des SGB III - also die Arbeitsagentur - betroffen gewesen. Auch dies sei für den Januar normal, weil die meisten saisonal freigesetzten Arbeitnehmer Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 hätten, so Hengster weiter. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit habe zudem alle relevanten Personengruppen des Arbeitsmarktes erfasst (Männer, Frauen, Jugendliche und Ältere). Auch dies sei zu Beginn des Jahres nicht unüblich. Erfreuliches berichtet die Agenturchefin von der Beschäftigungsentwicklung im Kreis. Aktuell liegen die Beschäfti-gungsdaten des zweiten Quartals 2011 vor. Demnach ist die Zahl der Arbeitsplätze im Agenturbezirk Lim-burg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,5 Prozent gestiegen. Der Bezirk liege damit hinter Bad Hersfeld, Hanau und Fulda hessenweit an vierter Stelle (Hessenschnitt: +2,2 Prozent). Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei nach wie vor hoch. Die Stellenzugänge lagen im Januar 22,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Volkswirtin weist aber gleichzeitig darauf hin, dass sich aus den aktuellen Daten nicht zwangsläu-fig ersehen lasse, wie sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2012 weiter entwickeln werde. „Unser Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert dem Landkreis Limburg-Weilburg für dieses Jahr einen weiteren -jedoch gebremsten- Anstieg der Beschäftigung und leicht sinkende Arbeitslosenzahlen“, so Hengster weiter. Eine Zuspitzung der Eurokrise und globale ökonomische Veränderungen könnten aber auch zu anderen Ergebnissen führen, gibt Hengster zu bedenken.
Zu- und Abgang an Arbeitslosen
Im Januar wurden 1.554 Arbeitslosenzugänge registriert, 210 oder 11,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 807 Zugänge erfolgten aus vorheriger Erwerbstätigkeit.
Im abgelaufenen Monat meldeten sich 1.074 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, 34 oder 3,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist. 294 von ihnen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf.
Bestand an Arbeitslosen
Die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Landkreis Limburg-Weilburg erhöhte sich im Januar um 483 Erwerbslose oder 9,9 Prozent auf 5.355 Personen. Sie liegt somit um 397 arbeitslose Menschen oder 6,9 Prozent niedriger als vor einem Jahr.
1.845 Arbeitslose oder 34,5 Prozent sind dem Personenkreis des SGB III zuzuordnen, der von der Agentur für Arbeit Limburg betreut wird. Im Vergleich zum Vormonat entspricht dies einem Anstieg von 318 Arbeitslosen oder 20,8 Prozent - gegenüber dem Vorjahr waren 182 Arbeitslose weniger zu verzeichnen (-9,0 Prozent).
3.510 Arbeitslose oder 65,5 Prozent gehören dem Personenkreis des SGB II an. Die Betreuung dieser Ar-beitslosen liegt im Verantwortungsbereich des Jobcenters Limburg-Weilburg.
Das Jobcenter betreut somit 165 Arbeitslose mehr als im Dezember (+ 4,9 Prozent). Der Vorjahresbestand wurde um 215 Personen oder 5,8 Prozent unterschritten.
Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote für den Bezirk Limburg-Weilburg berechnet sich auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen. Sie stieg im Januar um 0,6 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 6,5 Prozent.
Männer und Frauen
Bei den Männern erhöhte sich die Zahl derer, die arbeitslos sind, gegenüber dem Vormonat um 15,9 Prozent oder 392 Personen auf 2.850 Erwerbslose. Bei den arbeitslosen Frauen war ein Anstieg um 91 Personen (+ 3,8 Prozent) festzustellen. Derzeit sind 2.505 Frauen ohne Erwerbsbeschäftigung.
Aufgeschlüsselt nach Rechtskreisen: Die Anzahl der bei der Arbeitsagentur (SGB III) gemeldeten arbeits-losen Männer stieg gegenüber dem Vormonat um 271 (+ 31,4 Prozent) auf 1.135 Erwerbslose. Bei den agenturbetreuten Frauen gab es einen Anstieg um 7,1 Prozent. Der absolute Wert erhöhte sich um 47 auf nunmehr 710 arbeitslose Frauen.
Im Rechtskreis des SGB II nahm die Zahl der arbeitslosen Männer im Vormonatsvergleich um 121 auf 1.715 (+ 7,6 Prozent) zu. Bei den arbeitslosen Frauen verzeichnete das Jobcenter einen Anstieg um 44 Erwerbslose (+ 2,5 Prozent). Hier sind nunmehr 1.795 Frauen arbeitslos gemeldet.
Besondere Personengruppen
Jugendliche
Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren nahm im Januar zu. Gegenüber dem Vormonat waren 52 Jugendliche mehr gemeldet (nunmehr 570 Arbeitslose). Dies entspricht einem Anstieg von 10,0 Prozent. Die Arbeitslosigkeit dieses Personenkreises bewegt sich weiter unter Vorjahresniveau (- 36 absolut entspre-chen einem Rückgang von 5,9 Prozent).
Die Agentur für Arbeit unterstützt aktuell 280 Bewerber unter 25 Jahre bei ihren Bemühungen, die Arbeitslosigkeit zu beenden. Dies sind 37 Jugendliche oder 15,2 Prozent mehr als im Dezember, bzw. 40 oder 12,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Beim Jobcenter sind derzeit 290 jugendliche Arbeitslose registriert. Dies sind 15 Jugendliche oder 5,5 Prozent mehr als im Vormonat. Im Januar 2011 waren 286 junge Menschen betroffen. Der aktuelle Wert liegt 1,4 Prozent über dem Vorjahresstand.
Ältere Arbeitnehmer
Die Zahl der älteren Arbeitslosen hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht. Im Januar 2012 waren 1.438 Arbeitslose älter als 50 Jahre. Dies waren 96 Bewerber mehr als vor Monatsfrist (+ 7,2 Prozent). Im Januar 2011 waren es noch 15 Arbeitslose (oder 1,0 Prozent) mehr.
Die Agentur für Arbeit Limburg weist aktuell 637 ältere Arbeitslose aus, dies entspricht einem Plus von 78 Personen oder 14,0 Prozent im Vormonatsvergleich. Gegenüber dem Vorjahr muss agenturseitig ein Anstieg von 6 älteren Arbeitslosen (+1,0 Prozent) konstatiert werden.
Das Jobcenter Limburg-Weilburg betreute im Januar 801 ältere Arbeitslose, 18 Erwerbslose oder 2,3 Prozent mehr als im Dezember. Im Vorjahresmonat waren 822 ältere Personen beim Träger der Grundsiche-rung gemeldet.
Ausländer
Die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Ausländer hat sich binnen Jahresfrist um 6,7 Prozent oder 87 auf 1.215 Personen vermindert. Gegenüber Dezember weist die Arbeitsmarktstatistik einen Anstieg um 145 Arbeitslose oder 13,6 Prozent aus. Die Arbeitsagentur meldet 294 arbeitslose Ausländer, dies sind 39 oder 110,7 Prozent weniger als im Januar 2011. Beim Jobcenter sind derzeit 921 Ausländer als arbeitslos registriert, 48 oder 5,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Langzeitarbeitslose
Waren im Januar 2011 noch 1.707 Personen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, sind aktuell 1.730 Langzeitarbeitslose gemeldet – ein Anstieg von 1,3 Prozent.
Schwerbehinderte
Der Anteil der Schwerbehinderten unter den Arbeitslosen beträgt 7,2 Prozent. Im Januar waren 387 schwerbehinderte Personen arbeitslos gemeldet, exakt so viele wie im Jahr zuvor.
Gemeldete Stellen
Im Januar meldeten die heimischen Betriebe und Verwaltungen 316 neu zu besetzende Stellen. Dies wa-ren 58 oder 22,5 Prozent mehr als im Januar 2011.
281 Stellen konnten im Januar besetzt werden. Dies waren 181 weniger als im Vorjahresmonat, ein Minus von 39,2 Prozent.
Derzeit sind noch 877 Arbeitsstellen als unbesetzt gemeldet.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Aktuell liegen die Daten des zweiten Quartals 2011 vor. Zum 30. Juni 2011 gab es im Agenturbezirk Limburg 46.175 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 1.123 oder 2,5 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2010. Hessenweit nahm die Beschäftigung im gleichen Zeitraum um 2,2 Prozent zu. Höhere Zugewinne an Arbeitsplätzen weisen in Hessen lediglich der Agenturbezirk Bad Hersfeld (+4,8 Prozent), Hanau (+3,8 Prozent) und Fulda (+3,0 Prozent) aus.
Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse kann das Zeitarbeitsgewerbe verzeichnen. 287 zusätzliche Arbeits-plätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 26,6 Prozent der Beschäftigten dieser Branche. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem auch das Gesundheits- und Sozialwesen (311 / 4,8 Prozent), das verarbeitende Gewerbe (246 / 2,9 Prozent) und der Handel (192 / 2,2 Prozent).
Arbeitsplatzverluste weisen hingegen folgende Wirtschaftszweige aus: Verkehr und Lagerei (-201 / -9,9 Prozent), der öffentliche Dienst (-20 / -2,7), Erziehung und Unterricht ( -47 / -3,2 Prozent) und die sonstigen Dienstleistungen, zu denen auch die privaten Haushalte zählen (- 9 / -0,5 Prozent).
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