Limburg - Weilburg | 23.01.2012
Die IHK-Organisation hat im Rahmen ihres Jahresthemas 2012 „Energie und Rohstoffe für morgen“ über 1.500 Unternehmen zu Herausforderungen, Maßnahmen und Forderungen an die Politik befragt – darunter auch Unternehmen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg. Tenor der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Energiewende: Steigende Energie- und Rohstoffpreise sind das Top-Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland (86 Prozent Energie, 76 Prozent Rohstoffe). Die IHK Limburg greift das Jahresthema mit einer ersten Veranstaltung zum Schwerpunkt Rohstoffsicherung am 14. März 2012 auf.
Die IHK-Umfrage zeigt, dass viele Unternehmen (58 Prozent) zunehmende Stromausfälle bzw. Spannungsschwankungen und deren Konsequenzen für den Produktionsbetrieb befürchten. Auch die generelle Verfügbarkeit von Rohstoffen wird längst nicht mehr als selbstverständlich eingeschätzt (50 Prozent). Binnen eines Jahres hat sich die Zahl der Unternehmen, die dieses Problem sehen, verdoppelt. Zu den Gründen gehören eine steigende Nachfrage nach Rohstoffen und wachsende Abhängigkeit von einzelnen Rohstoffexportländern. Das unternehmerische Risiko nimmt hierdurch erheblich zu.
Eine weitere wichtige Erkenntnis der Umfrage: Bereits 7 Prozent (bei Energie) bis 8 Prozent (bei Rohstoffen) der Unternehmen haben Kapazitäten ins Ausland verlagert oder planen diesen Schritt – ein beachtlicher Wert angesichts der insgesamt recht guten Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. In der Industrie liegt der Anteil mit 15 bis 18 Prozent doppelt so hoch und zeigt, dass der Standort Deutschland mit Blick auf Energie- und Rohstoffversorgung für Industrieunternehmen erheblich an Qualität verliert.
„Angesichts der Umfrageergebnisse sehe ich dringenden Handlungsbedarf, damit der Wirtschaftsstandort Deutschland im Zuge der Energiewende für ausländische Investoren nicht an Attraktivität verliert“, betont Günther Schmidt, Präsident der IHK Limburg. Dazu braucht es nach Ansicht der IHK-Organisation für den Umbau der Energieversorgung auch ein professionelles, hocheffizientes und effektives Projektmanagement innerhalb der Bundesregierung.
Die Unternehmen stellen sich den neuen Herausforderungen der Energie- und Rohstoffversorgung, benötigen dafür aber auch die Unterstützung seitens der Politik sowie verlässliche Rahmenbedingungen.
Als politische Maßnahmen gefordert werden vor allem:
- Stärkung der öffentlichen Akzeptanz des Netzausbaus: 92 Prozent
- Ausbau des grenzüberschreitenden Stromhandels in der EU: 76 Prozent
- Reduzierung staatlicher Abgaben auf den Strompreis: 64 Prozent
- Sicherung des freien Zugangs zu Rohstoffen: 63 Prozent
Zur Sicherung der der Energie- und Rohstoffversorgung haben die befragten Unternehmen selbst bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen bzw. geplant. Hierzu gehören:
- Steigerung der Energieeffizienz: 75 Prozent
- Aufbau langfristiger Lieferbeziehungen (Energie): 66 Prozent
- Wechsel des Lieferanten (Energie): 63 Prozent
- Aufbau eigener Erzeugungskapazitäten: 29 Prozent
- Wechsel des Lieferanten (Rohstoffe): 54 Prozent
- Effizienterer Einsatz von Rohstoffen: 51 Prozent
- Aufbau langfristiger Lieferbeziehungen (Rohstoffe): 47 Prozent
Grundlage der Auswertung des IHK-Unternehmensbarometers 2012 sind 1.520 Antworten. Diese verteilen sich auf die Wirtschaftszweige Industrie (31 Prozent), Bauwirtschaft (4 Prozent), Handel (22 Prozent) und Dienstleistungen (43 Prozent).
Weitere Informationen zum Jahresthema „Energie und Rohstoffe für morgen“ finden sich auf der Homepage der IHK Limburg (www.ihk-limburg.de).

Am 3. November 2011 veranstaltete die Industrie- und Handelskammer Limburg das siebte Bürgermeistergespräch, zu dem die 19 Bürgermeister aus dem Landkreis ... [zum Artikel »]

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