Limburg - Weilburg | 23.03.2012

Irina Seitz (rechts) sieht ihrer Gesellenprüfung mit Zuversicht entgegen
23jährige aus Hadamar nutzt ausbildungsbegleitende Hilfen der Arbeitsagentur
Unkonventioneller Unterricht von Berufspraktikern sichert Ausbildungserfolg
In den nächsten Tagen werden vielen Auszubildenden die Ergebnisse der Zwischenprüfungen präsentiert. Spätestens dann stellt sich die Frage, ob das Ausbildungsziel noch erreicht wer-den kann. „Nicht wenige Jugendliche brechen in dieser Situation ihre Ausbildung ab“, sagt Heike Hengster, Leiterin der Limburger Agentur für Arbeit. Jeder fünfte Auszubildende beende vorzeitig seine Lehre. Nur die Hälfte der Abbrecher stelle sich einem zweiten Versuch.
Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel von Irina Seitz. Die 23jährige aus Hadamar hatte sich über eine Einstiegsqualifizierung der Arbeitsagentur im Salon „Hairdream“ am Limburger ICE-Bahnhof eine Lehrstelle als Friseurin gesichert. "Vor anderthalb Jahren bekam ich Probleme in Fachkunde und im berufsbezogenen Rechnen. Damals dachte ich, von nichts kommt nichts, da muss ich was tun", erinnert sich die junge Frau.
Irinas Chefin, Ellen Kierdorf-Ferger, empfahl ihrer Auszubildenden, die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) der Limburger Arbeitsagentur zu nutzen. In diesem Projekt, das vom Bildungswerk der hessischen Wirtschaft (BWHW) in die Tat umgesetzt wird, helfen Meister und Ausbildungsprofis aus heimischen Betrieben, Lücken in der Fachtheorie oder -praxis zu schließen sowie Lernhemmungen, Prüfungsängste und Schwierigkeiten im sozialen Umfeld zu überwinden. "Bei Irina dauerte es ein wenig, bis sich der Erfolg einstellte. Weil sie aber zuverlässig und offen für Veränderungen war, konnte sie sich durch die intensive Zusammenarbeit mit unserer Lehrkraft um zwei Berufsschulnoten verbessern", erläutert Kerstin Wojciechowski, pädagogische Mitarbeiterin beim BWHW. Das Erfolgsrezept sieht die Betreuerin darin, dass die Nachhilfe in Kleingruppen oder im Einzelunterricht erfolge. So könnten sich die Trainer auf individuelle Problemlagen und Lerngewohnheiten einstellen. Derzeit werde Irina auf die Gesellenprüfung im Sommer vorbereitet. Alle Beteiligten sind sehr zuversichtlich, dass die junge Frau diese Hürde erfolgreich meistern wird.
Agenturchefin Hengster weist darauf hin, dass an den Standorten Limburg und Weilburg weitere abH-Plätze zur Verfügung stellen. Die Teilnahme sei kostenlos, der Einstieg jederzeit möglich. Der Unterricht erfolge außerhalb der Arbeitszeit. Interessierte Auszubildende können sich unter der Rufnummer 01801 555 111* an die Agentur für Arbeit in Limburg wenden.
* Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min
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