Vogelsberg | 12.01.2012
Erster Spatenstich für neues Kompetenzgebäude der Firma Weiss Group
Das neue Kompetenzgebäude der Firma Weiss Group in Lindenstruth werde auf einem Vulkan gebaut, scherzten anlässlich des ersten Spatenstichs Vertreter des Unternehmens sowie Vertreter der Schunk Group, zu der Weiss gehört, und deren Gäste. Sie thematisierten damit, dass die Ausläufer des Vulkans Vogelsberg in der Planung berücksichtigt werden mussten.
„Es ist schwierig, Basalt-Tuff zu bohren“, erklärte etwa Henri Paul, Architekt der Firma P2 Planungs- und Beratungsgesellschaft aus Gießen, die für die Projektsteuerung zuständig ist, den Hintergrund. An einigen Stellen auf dem Gelände in Lindenstruth liege nur einen halben Meter hartes Vulkan-Gestein, an anderen dagegen vier Meter unter der Erdoberfläche.
Das geplante Gebäude sei mit einer Maschine vergleichbar, so der Architekt. Alles - selbst das Betonskelett des Baus - werde, so Paul, genutzt um Energie einzusparen, nur die Nutzung von Erdwärme sei durch den Untergrund vulkanischen Ursprungs nicht rentabel.
Stolz auf den geplanten Bau zeigte sich auch Dr. Arno Roth, Mitglied der Unternehmensleitung der Schunk Group und Geschäftsführer der Division Weiss Group. „Wir möchten den Standort noch zukunftsfähiger machen, um langfristig ein attraktiver Arbeitgeber in der Region Mittelhessen zu bleiben“, sagte er zu den rund 40 Gästen im Empfangsbereich der Weiss Group. Daher werde Schunk bis 2014 weitere 4,5 Millionen Euro in den Ausbau des Standorts zum weltweiten Kompetenzzentrum der Weiss Group für Sonderlagen in der Umweltsimulation investieren.
Bereits im kommenden Sommer soll es so weit sein. Der dreigeschossige Neubau, so sei es laut Roth geplant, wird dann rund 1400 Quadratmeter Nutzfläche, auf drei Etagen über flexibel nutzbare Büroflächen, für 90 Arbeitsplätze bieten. Bürofläche werde benötigt. Dies habe, so der Geschäftsführer, mit der anhaltenden positiven Geschäftsentwicklung der Weiss Group im Bereich Umweltsimulation, Klima- und Wärmetechnik zu tun. „Es sieht sehr, sehr gut aus“, sagte er mit unverkennbar leuchtenden Augen. Der Standort im Reiskirchener Ortsteil sei unter den Standorten der weltweit agierenden Unternehmung der wichtigste, fügte der Weiss-Geschäftsführer hinzu. Man sei bestrebt, die „Weltmarktführerschaft“ auszubauen.
Rund 800 Mitarbeiter entwickeln und fertigen, so ging aus einer Pressemitteilung hervor, in Lindenstruth Anlagen zur Umweltsimulation. In diesen werden Funktionalität, Stabilität und Qualität von Produkten der Automobilindustrie, Solartechnik oder Luft- und Raumfahrt sowie Anlagen zur Klimatisierung von Rechenzentren, Operationssälen oder sensiblen Produktionsbereichen in der Pharma- und Lebensmittelindustrie getestet.
Weiss habe ein Arbeitsplatzkonzept entwickelt, so erklärte der Vorsitzende der Unternehmensleitung der Schunk Group, Gerhard Federer, das den Mitarbeitern die prozessorientierte Teamarbeit und Projektabwicklung ermögliche und mithilfe modernster Technik ein optimales Arbeitsumfeld biete. „Für die Schunk Group steht ganz klar im Vordergrund, dass sich die Beschäftigten bei der Arbeit wohlfühlen“, sagte Federer anlässlich des Spatenstichs. Insgesamt habe das Unternehmen 3,5 Millionen in den Neubau investiert.
Im Anschluss an die Reden wurde es konkret. Symbolisch wurde der erste Spatenstich gefeiert. Beteiligt waren neben Vertretern von Schunk und Weiss Fachplaner, Bauausführende, Reiskirchens Bürgermeister Holger Sehrt sowie zahlreiche Beschäftigte der Firmen. Für Entwurf und Ausführung des Gebäudes war das Büro MMZ Architekten beauftragt.
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