Vogelsberg | 20.01.2012
HHT-Präsident Bernd Ehinger: „Für das Jahr 2012 erwarten wir eine weiterhin positive Entwicklung und rechnen mit einem Wachstum bis zu 1,5 Prozent“.
Die knapp 74000 hessischen Handwerksbetriebe erreichten im Jahr 2011 ein konjunkturelles Hoch und starten zuversichtlich ins Jahr 2012. Dem aktuellen Konjunkturbericht des HHT zufolge beurteilten über 83 Prozent der befragten Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage im vergangenen Jahr als „gut“ oder „befriedigend“.
Im Vorjahr waren es 77 Prozent. Das Handwerk blickt auch zuversichtlich in die Zukunft: „Für das Jahr 2012 erwarten wir eine weiterhin positive Entwicklung und rechnen mit einem Wachstum bis zu 1,5 Prozent“, sagte HHT-Präsident Bernd Ehinger in Wiesbaden.
Anlagewert steigern
Viele Eigenheimbesitzer hätten 2011 ihr Geld in Umbau oder Sanierung von Immobilien angelegt, um den Anlagewert zu steigern. „Davon profitierte das Handwerk enorm“, so Ehinger. Mit Blick auf den handwerklichen Arbeitsmarkt sagte Ehinger, dass rund 90 Prozent der Betriebe ihren Mitarbeiterstamm gehalten oder zusätzliches Personal eingestellt hätten. Für das Jahr 2012 geht der HHT von stabilen Beschäftigtenzahlen aus.
Ehinger geht davon aus, dass sich der Fachkräftemangel im Handwerk verstärkt bemerkbar machen werde. Nur knapp 40 Prozent der suchenden Handwerksbetriebe gelang einer Umfrage zufolge eine problemlose Besetzung der offenen Stellen mit qualifiziertem Personal. „Der Fachkräftemangel kann das Handwerk in seiner konjunkturellen Aufwärtsentwicklung durchaus schwächen, wenn dem nicht entschlossen entgegengewirkt wird.“
Mehr Lehrverträge
Die drei hessischen Handwerkskammern konnten im Erhebungszeitraum 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011 ein Plus von 0,7 Prozent bei den neu eingetragenen Lehrverträgen verzeichnen. Dies entspricht einer Zunahme von 79 Lehrverträgen auf eine Gesamtzahl an neu eingetragenen Lehrverträgen von 10.973.
„Hessen liegt damit übrigens deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt“, so HHT-Geschäftsführer Harald Brandes. Nach seinen Angaben hätten es noch mehr Lehrverträge sein können, wenn die Betriebe mehr geeignete Bewerber gefunden hätten.
„Wir müssen aufpassen, dass Lehrstellen nicht zu Leerstellen werden“, so der HHT-Geschäftsführer. Brandes zeigte sich erfreut, dass zunehmend Abiturienten eine Ausbildung im Handwerk beginnen. Mittlerweile hätten rund 7 Prozent der Lehrlinge ein Abitur. „Das bestätigt, dass das Handwerk attraktive und moderne anspruchsvolle Ausbildungen anbietet.“
Energie-Kompetenz
Mit Blick auf den Hessischen Energiegipfel unterstrich HHT-Vizepräsident Hans-Werner Schech die besondere Kompetenz des Handwerks bei der Umsetzung der Ziele. „Die Vervierfachung der energetischen Sanierungsquote von 0,75 auf 2,5 bis drei Prozent ist ein ambitioniertes Ziel und nur mit einer steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung zu erreichen. Wir sehen hier gleichermaßen den Bund als auch das Land in der Pflicht“, meinte Schech.
Der HHT hatte sich in dem Papier „Energie mit Zukunft - Zukunft mit Energie“ bereits vor der Reaktorkatastrophe in Japan für den Einsatz regenerativer Energien und die dezentrale Energiegewinnung mittels Windkraftanlagen, Photovoltaik, Solarthermie, Biomassenutzung und Geothermie ausgesprochen.
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