Vogelsberg | 16.01.2012

Als Nachfolger des Zivildienstes bietet der Bundesfreiwilligendienst Frauen und Männern jeden Alters die Chance, sich außerhalb
Als Nachfolger des Zivildienstes bietet der Bundesfreiwilligendienst Frauen und Männern jeden Alters die Chance, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren
Vor über 19 Jahren schon hat die Brasilianerin Regina Thomas die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in ihrem Heimatland Brasilien absolviert. Als sie nach Deutschland kam, konnte die erfahrene Krankenschwester nicht in dem erlernten Beruf arbeiten, da hier die Ausbildung nicht anerkannt wurde. Nun hat Regina Thomas eine Möglichkeit gefunden, dennoch im sozialen Beruf mit Kindern Fuß zu fassen. Sie beginnt den Bundesfreiwilligendienst in der Gießener Kindertagesstätte Helen Keller der Lebenshilfe.
Als Nachfolger des Zivildienstes bietet der Bundesfreiwilligendienst Frauen und Männern jeden Alters die Chance, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren - im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz. Anders als bei BSJ sind hier alle Altersgruppen angesprochen. Bewerben kann sich jeder, der die Vollzeitschulpflicht absolviert hat. Und - im Unterschied zum Zivildienst - gibt er auch Ausländern die Möglichkeit, den einjährigen Dienst zu absolvieren.
Regina Thomas hat bei einer Informationsveranstaltung hiervon erfahren und ist aktiv geworden. Nach vielen Praktika, die sie in Deutschland absolviert hat, bietet sich nun für die 44-Jährige die Möglichkeit, tiefer in die Arbeit der Lebenshilfe einzusteigen. Für zunächst ein Jahr wird sie mit den Kindern der Kita Helen Keller arbeiten, eine Verlängerung des Bundesfreiwilligendienstes auf zwei Jahre ist zudem möglich. Ihr großer Wunsch wäre jedoch, im Sommer mit der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester zu beginnen, die Prüfung hat sie bereits absolviert, die Ergebnisse stehen noch aus.
Frischer Wind
Udo Schöps, Leiter der Lebenshilfe freut sich sehr, mit Regina Thomas eine engagierte, erfahrene Mitarbeiterin gefunden zu haben. „Durch die Absolventen des Zivildienstes und des Freiwilligen sozialen Jahres in der Vergangenheit und des Bundesfreiwilligendienstes in der Zukunft kommt immer wieder frischer Wind in die Einrichtungen. Wir profitieren von den Erfahrungen und dem Engagement der Absolventen und sie bekommen Einblicke und neue Perspektiven - eine absolute Win-win-Situation“, so Schöps beim Pressegespräch vor Ort. Auch Anja Böhme, Freiwilligenkoordinatorin der Lebenshilfe, kann dies nur bestätigen:
„Das Ehrenamt, zu dem der BFD zählt, ist eine große Bereicherung für die Hauptamtlichen. Im Fall von Regina Thomas kommt auch noch der interkulturelle Aspekt dazu, welcher die Arbeit in der Kindertagesstätte definitiv mit neuen Impulsen füllen kann.“ Auch Stefan Leyerer, Teamleiter der Arbeitsagentur im Bereich Reha, kann dem nur zustimmen: „Wir haben eine wesentlich größere Bandbreite, da hier nicht nur junge Menschen, die zwischen Schule und Beruf stehen, eine Chance bekommen, sondern jeder, der sich in irgendeiner Form engagieren möchte.“ Auch Larissa Zeinert, Leiterin der Kita Hellen Keller, befürwortet die neuen Möglichkeiten, die sich durch den BFD für viele Menschen auftun. „Besonders beim Übergang zwischen Schule und Berufsleben kann ein solches Jahr einen guten Übergang in das „wirkliche“ Leben bieten.“ Die BFD-Stelle von Regina Thomas entstand in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, Informationen und Kontakte können hier vermittelt werden und bieten zudem auch arbeitslosen Menschen, gute Chancen auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben.
Foto: Regina Thomas beim Memory-Spiel in der Kita Helen Keller. Bild: Friese
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