Vogelsberg | 10.02.2012
„Jungen-Berufe“ können von Mädchen erprobt werden
Teamgeist und Kreativität sind für die Entwicklung hochwertiger Produkte wichtige Faktoren. Obwohl viele Mädchen und Frauen diese Faktoren mitbringen, können sie sich die Arbeit in den „MINT-Berufen“ nicht vorstellen. MINT steht für Berufe aus dem Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Der jährlich stattfindende Girls’Day soll dies ändern.
Schülerinnen der 5. bis 10. Klasse bietet der Girls´Day am 26. April die Möglichkeit diese MINT-Berufe für sich zu testen. Sie können einen Tag lang über den Tellerrand hinaus sehen und sich auf etwas Neues einlassen. „Bei den unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten kommt es nicht auf das Geschlecht, sondern auf Talent und Interesse an, die Fähigkeit zu vernetztem Denken sowie Freude an Mathematik und Technik“, so die Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Gießen, Helga Fuchs. Sie ist Teil des Netzwerks Arbeitskreis Mädchenarbeit der Stadt Gießen.
Im Arbeitskreis Mädchenarbeit der Stadt Gießen arbeiten Frauen aus verschiedenen Bereichen der Mädchenarbeit zusammen. Vertreten sind Mitarbeiterinnen aus der offenen Jugendarbeit, der geschlechtsspezifischen Gruppenarbeit, aus Beratungsstellen und Bildungswerken. Bei einem Besuch im Berufs-Informations-Zentrum der Arbeitsagentur wurde das gemeinsame Anliegen, die Unterstützung und Begleitung der Mädchen in ihren unterschiedlichen Lebenslagen sowie Mitwirkung in politischen Planungsprozessen im Interesse der Mädchen, besprochen. Neben themenorientierter Arbeit hat sich der Arbeitskreis derzeit die Aufgabe gestellt, die verschiedenen Arbeitsfelder der Mädchenarbeit in Gießen durch Besuche in den Einrichtungen genauer kennenzulernen.
Der Girls´Day soll keine Einzelaktion sein, sondern ein Mosaikstein auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen Berufswahl. Im Arbeitskreis Mädchenarbeit der Stadt Gießen ist man sich einig, dass eine gute Vorbereitung in den Schulen besonders zum Gelingen beiträgt. In vielen Schulen der Region läuft diese Vorbereitung sehr gut. Grund dafür ist die Einbindung in den Unterricht und eine enge und kontinuierliche Kooperation mit den Mitarbeitern vom Diakonischen Werk und des CVJM. Auch die Zusammenarbeit mit den Berufsberatern der Arbeitsagentur und den Beauftragten für Chancengleichheit hat hier Tradition. So haben die Schülerinnen die Gelegenheit der Frage nachzugehen, wie eine Berufswahl jenseits von tradierten Geschlechterrollen gelingen kann.
Aber auch die Kreishandwerkerschaft Gießen unterstützt Schülerinnen bei der Suche nach einem Schnupperplatz im Handwerk (Agnes Nuhn Tel.: 0641-97490-12). Von der Wirtschaftsförderung der Stadt Gießen, Frau Stuhlmann (Tel. 0641-306-1060) erhalten Schülerinnen Informationen zu Unternehmen. Die Beauftragten für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit beantworten organisatorische Fragen rund um den Girls’Day (Tel.: 0641-9393-782).
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