Vogelsberg | 09.05.2012

Austausch der Max-Eyth-Schule und College in Lappland
Austausch der Max-Eyth-Schule und College in Lappland
Weit gereiste Besucher waren in der Lauterbacher Hemdmanufaktur zu Gast: Eija Oinas und Heljä Tapio, zwei Berufsschullehrerinnen aus Rovaniemi im nördlichen Finnland, waren für fünf Tage bei ihrer Partnerschule, der Max-Eyth-Schule, zu Besuch.
Seit fast vier Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der Alsfelder Schule und dem Lappland Vocational College in Rovaniemi im Rahmen des Bildungsprogrammes „Leonardo da Vinci“. „Die Schüler reisen für mehrere Wochen ins Ausland, um dort am Unterricht teilzunehmen, und auch die Lehrer besuchen die jeweils andere Schule, damit sich alle kennenlernen“, berichtet Ruth Quehl, die Ausbilderin der Maßschneider in Alsfeld. Im September werden vier Alsfelder Schüler, die Rovaniemi schon einmal besucht haben, für zehn Tage nach Finnland reisen. Der Besuch der Finnen steht dann im kommenden Jahr an.
Gemeinsam mit Quehl ließen sich Oinas und Tapio von Christian von Campe und seiner Frau Charlotte die theoretischen Abläufe in der Lauterbacher Hemden-Manufaktur erklären. Von Campe erklärte auf Englisch die vielen Möglichkeiten, die der Kunde bei der Auswahl seines Hemdes hat und die beiden Finninnen stellten viele Fragen.
Gerne wollten sie etwas über die innerbetriebliche Ausbildung erfahren, die es in Finnland in diesem Rahmen nicht gibt. Die Schüler müssen dort in drei Jahren Ausbildungszeit 20 Wochen Praktikum absolvieren.
Die Auszubildende in der Hemdmanufaktur, Paulina Zabinska, berichtete den beiden über die Anfänge ihrer Ausbildung und welche Arbeiten sie inzwischen verrichtet. „Meine Frau achtet sehr darauf, dass sie nicht nur Hemden nähen lernt, sondern auch andere Stücke. Also Kissen, Stofftaschen, Hosen und anderes“, erklärte von Campe. Zabinska erzählte, wie schwer es ihr am Anfang gefallen sei und welche Fortschritte sie inzwischen doch gemacht habe.
In der Produktionshalle zeigte von Campe die einzelnen Produktionsschritte - vom Ausschneiden der einzelnen Hemdteile über das Ausstanzen der Knopflöcher bis hin zum Bügeln, Zusammenfalten und Verpacken - und fachsimpelte mit den Damen über Nähmaschinen.
Für die beiden Besucherinnen waren diese fünf Tage sehr informativ, wie sie sagen, denn besonders in der Max-Eyth-Schule konnten sie viele Ideen für den eigenen Unterricht sammeln. „Viele der Methoden sind sehr gut und wir möchten uns daran orientieren“, meint Oinas.
Foto: Christian von Campe erklärte Ruth Quehl (von links), Heljä Tapio und Eija Oinas die Arbeitsabläufe. Bild: Vonderheid
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