Repp: Kammer wird mehr Praktikumsplätze anbieten - „Facharbeiterlücke“ schon sichtbar
Das „Handwerksforum“ der Handwerkskammer Wiesbaden fand zum 16. Mal
statt und erstmals war in Form eines „Tages der offenen Werkstatt“ die
Öffentlichkeit in das Berufsbildungs- und Technologiezentrum
„Arnold-Spruck-Haus“ in Wetzlar zum Kennenlernen neuer Produkte und
Techniken eingeladen.
Das Forum befasste sich auch mit Themenstellungen, die es in dieser
Form in den letzten Jahrzehnten nicht gab. Die Zeiten, da die Zahl der
Lehrstellenbewerber jene der angebotenen Ausbildungsplätze überstieg,
sind vorbei. Nun drückt auch das Handwerk die Sorge, viele freie
Lehrstellen in mittlerwiele 120 handwerklichen Ausbildungsberufen nicht
mehr besetzen zu können - und dies angesichts der Tatsache, dass die
„Facharbeiterlücke“ bereits deutlich sichtbar wird.
Kammerpräsident Klaus Repp und Hauptgeschäftsführer Harald Brandes sehen
also in der Nachwuchswerbung die zentrale Aufgabe der Zukunft. Es führe
kein Weg an dem Bemühen vorbei, in enger Verzahnung von Arbeitswelt,
Betrieben und Schulen die potenziellen Berufsanfänger in den
Abschlussklassen der Schulen viel intensiver über mögliche Berufe zu
informieren.
In diesem Zusammenhang begrüßt das Handwerk die Mittelstufenreform der
hessischen Landesregierung, die sowohl im Hauptschul- wie im
Realschulgang nach dem siebten Schuljahr mehr Gewicht auf praktische
Berufsorientierung legt. Ausdrücklich sagt das Handwerk laut Repp zu,
mehr Praktikumsplätze anzubieten und dabei die Berufsbidungszentren der
Kammer einbeziehen. Laut Brandes resultiert die relativ hohe
Ausbildungsabbrecherquote auch aus einer „zu spontanen Berufswahl“. Das
könne sich die Wirtschaft angesichts rückläufiger Bewerberzahlen nicht
leisten. Im Rahmen des Handwerksforums gab es Fachvorträge und
Info-Stände.
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