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16 Kommunen heben Grundsteuer an

Wetterau | 16.02.2012

Höhere Gewerbesteuerhebesätze in sechs Kommunen des IHK-Bezirks
Höhere Gewerbesteuerhebesätze in sechs Kommunen des IHK-Bezirks

Höhere Gewerbesteuerhebesätze in sechs Kommunen des IHK-Bezirks

Drei Kommunen im Landkreis Gießen, eine im Wetteraukreis und zwei im Vogelsbergkreis haben den Gewerbesteuerhebesatz für das Jahr 2012 angehoben. Dies ergab eine Umfrage der IHK Gießen-Friedberg unter allen 62 Kommunen des IHK-Bezirks.

 

Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer und die wichtigste originäre Einnahmequelle der Kommunen zur Bestreitung ihrer öffentlichen Aufgaben. Seit der Unternehmensteuerreform im Jahr 2008 kann die Gewerbesteuer bis zu einem Hebesatz von 380 Prozent vollständig mit der Einkommensteuer verrechnet werden. Voraussetzung ist, dass im entsprechenden Wirtschaftsjahr ausreichend Einkommensteuer aus gewerblicher Tätigkeit zur Verrechnung vorhanden ist. Diese Verrechnungsmöglichkeit besteht auf Grund von Steuergesetzen nur für Personengesellschaften, für Kapitalgesellschaften hingegen nicht.

 

„Durch die Reform ist jedoch die Möglichkeit weggefallen, die Gewerbesteuer als Betriebsausgabe abzuziehen“, stellt Dr. Matthias Leder, IHK-Hauptgeschäftsführer und Federführer Steuern der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs, fest. „Für Kapitalgesellschaften bedeutet somit eine Hebesatzerhöhung automatisch eine Steuererhöhung. Folglich werden Kapitalgesellschaften die Hebesätze der Kommunen bei ihrer Standortwahl zunehmend vergleichen. Denn es geht um bares Geld. Im Standortwettbewerb wird eine Kommune umso besser aufgestellt sein, je niedriger ihr Gewerbesteuerhebesatz ist.“

 

Die 19 Kommunen des Vogelsbergkreises weisen mit einem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 354 Prozent den höchsten Wert im IHK-Bezirk auf. Der Landkreis Gießen mit 18 Kommunen folgt mit durchschnittlich 348 Prozent. Für die 25 Kommunen des Wetteraukreises wurde mit 321 Prozent der geringste Durchschnittswert ermittelt.

 

Den mit Abstand höchsten Gewerbesteuerhebesatz im IHK-Bezirk hat die Universitätsstadt Gießen mit 420 Prozent. Einen Gewerbesteuerhebesatz von 380 Prozent oder mehr haben inzwischen 13 Kommunen; darunter neun aus dem Vogelsbergkreis und vier aus dem Landkreis Gießen. Im Wetteraukreis liegt der höchste Hebesatz bei 350 Prozent in Bad Nauheim und Nidda.

 

 

Zahlreiche Erhöhungen der Grundsteuer

 

Für das Jahr 2012 haben – wie bereits im Vorjahr – zahlreiche Kommunen die Hebesätze der Grundsteuer angehoben. 16 Kommunen erhöhten die Hebesätze der Grundsteuer B; die Grundsteuer A erhöhten acht Kommunen. Die Bandbreite der Hebesätze bei der Grundsteuer B reicht von 200 Prozent in Echzell und Wöllstadt bis 450 Prozent in Bad Vilbel; bei der Grundsteuer A von null Prozent in Linden bis 350 Prozent in Alsfeld.

 

Die Grundsteuer A wird auf Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft und die Grundsteuer B auf bebaute oder bebaubare Grundstücke sowie auf Gebäude erhoben.

 

Die komplette Übersicht über die Hebesätze in den drei Kreisen des Kammerbezirks ist erhältlich bei der IHK Gießen-Friedberg, Doreen Franz, Tel. 06031/609-4105. Auch per E-Mail (franz@giessen-friedberg.ihk.de) können die Daten angefordert werden. Für alle Internetnutzer stehen die Daten unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.ihkgifb.de/GEWERBESTEUER-2012.

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