Laut Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung ein Plus von 10,4 Prozent bei den neu eingetragenen Lehrverträgen
Die Ausbildungssituation im Wiesbadener Kammerbezirk (Ober-, West-
und Mittelhessen) stellt sich zum 31. August überraschend positiv dar.
Nach der Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB), die die
Spanne vom 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September des aktuellen
Jahres umfasst, hat die Handwerkskammer Wiesbaden ein Plus von 10,4
Prozent bei den neu eingetragenen Lehrverträgen gegenüber dem
Vorjahreswert zu verzeichnen. Die Zahl der neu abgeschlossenen
Lehrverträge stieg von 2636 auf 2909 (+ 273).
Kammerhauptgeschäftsführer Harald Brandes wertete diese Zahlen als Beleg
dafür, dass die Handwerksbetriebe Ausbildungsmotor der
mittelständischen Wirtschaft seien. „Gerade in schwierigen Zeiten
krempeln viele Betriebe die Ärmel hoch und bilden teilweise weit über
den eigenen Bedarf aus“, meinte Brandes. Dies sei ein erneuter Beweis
für die besondere Ausbildungsverantwortung des heimischen Handwerks,
aber auch ein Beleg dafür, dass viele Handwerksbetriebe frühzeitiger als
in der Vergangenheit um Auszubildende werben.
Brandes: „Die jetzt vorliegenden Zahlen sind eine Momentaufnahme. Wir
sind optimistisch, die Zahl von über 3500 neuen Lehrverträgen Ende 2009
auch dieses Jahr wieder zu erreichen.“ Angesichts der auch in diesem
Jahr zurückgehenden Zahl der Schulabgänger sei inzwischen ein Wettstreit
um die besten Bewerber zu beobachten.
„Das Handwerk hat hier gute Karten, denn die Krise wird von unseren
Betrieben besser bewältigt, als in anderen Wirtschaftsbereichen. Vor
allem sind die Arbeitsplätze sicherer, und das überzeugt
Berufsanfänger.“
Brandes machte aber auch deutlich, dass sich die Problematik mangelnder
Ausbildungsfähigkeit vieler Schulabsolventen angesichts der
demografischen Entwicklung gerade für die technisch anspruchsvollen
Handwerksberufe künftig noch verstärken werde. „Wir brauchen mehr
Maßnahmen zur besseren Berufsorientierung in den Schulen, um junge
Menschen für die über 120 spannenden Ausbildungsberufe im Handwerk zu
interessieren“, so der Hauptgeschäftsführer.
Denn zum Start des neuen Ausbildungsjahres gebe es im Handwerk immer
noch freie Lehrstellen. „Sicherlich kann und wird nicht jeder
Jugendliche eine Ausbildung in seinem Traumberuf finden“, merkte Harald
Brandes dazu an, „aber bei den zahlreichen Ausbildungsberufen sollte
eigentlich für jeden etwas dabei sein.“ Dies vermittle auch die aktuelle
Imagekampagne des Handwerks, die Schülerinnen und Schülern
Karrierechancen im Handwerk auf vielfältige Weise aufzeige.
Zur Zeit werden von den 24 400 Handwerksbetrieben im Wiesbadener
Kammerbezirk knapp 10 000 Lehrlinge ausgebildet. „Viele Betriebe suchen
auch weiterhin geeignete Bewerber, in manchen Bereichen, zum Beispiel in
den Lebensmittelhandwerken, werden sogar dringend Lehrlinge gebraucht“,
erklärte Brandes. Hessenweit seien im vergangen Jahr immerhin knapp 700
Lehrstellen unbesetzt geblieben.
Informationen über Ausbildungsberufe im Handwerk unter www.hwk-wiesbaden.de.
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