
Bedeutung für die Region und weltweite Aktivitäten hervorgehoben
Mit zahlreichen Ehrengästen feierte das Bauunternehmen Adolf Lupp
GmbH + Co KG in Nidda-Harb sein 100-jähriges Bestehen.
Alle Redner, an der Spitze Hessens Vize-Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn,
stellten die Bedeutung des Mittelständlers für die Region und auch
seine weltweiten Aktivitäten in den Fokus ihrer Ausführungen.
Beeindruckende Zahlen fanden dabei ebenfalls Erwähnung.
Eine davon nannte der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Lupp. Auf
der tags zuvor durchgeführten Mitarbeiter-Festivität seien 6270 Jahre
Betriebszugehörigkeit anwesend gewesen.
Der Präsident des Zentralverbands des deutschen Baugewerbes, Dr.
Hans-Hartwig Loewenstein, hatte das seit dem Jahr 1926 bestehende
Verbandsarchiv durchstöbern lassen. Dabei ergab sich, dass die Firma
Lupp seitdem bis heute über 800 Ausbildungsverträge für gewerbliche
Mitarbeiter abgeschlossen hat. Loewenstein: „Das ist wahrlich
beispielhaft und eine beeindruckende Zahl.“ Selbst in den wirtschaftlich
und politisch schwierigen Zeiten zwischen 1929 und 1946 seien
regelmäßig fünf bis sieben Mitarbeiter jährlich zum Maurer ausgebildet
worden.
Seit Gründung des überbetrieblichen Ausbildungszentrums der
Bauwirtschaft in Nidda würden von Lupp durchschnittlich 15 neue
Ausbildungsverträge per anno abgeschlossen. Diese
Ausbildungsbereitschaft trage wesentlich zur Standortsicherung der
Einrichtung bei. Die hervorragende Qualität der Ausbildung im
Unternehmen sei durch mehrere Innungs- und Kammersiege bestätigt worden,
und dies sei der Schlüssel zum Erfolg einer Baufirma.
Hessens Justizminister und stellvertretender Ministerpräsident Jörg-Uwe
Hahn ging auf weitere Grundsteine des Erfolgs der Firma Lupp ein. „Auch
in einem typischen Familienunternehmen läuft das nicht immer wie
geschnitten Brot, sondern erfordert Durchhaltevermögen und die
Fähigkeit, über den Tellerrand hinaus zu schauen.“ Dies habe die Firma
Lupp getan.
Erst von Nidda nach Frankfurt, daraufhin nach Berlin, „und dann wurde
auf dem globalen Markt die richtige Nische gefunden“.
Im Gegensatz zu einem Dax notierten Konzern denke der Mittelständler
nachhaltig. „Und er hat eine starke Bindung zur Region, zu den Menschen,
zu den Vereinen und Institutionen.“ Dank richtete Hahn auch an Lupp,
weil das Unternehmen sich stark engagiere bei der Aktion „Wir Hessen
helfen Haiti.“
Diesen Ball hatte Thomas Lupp schon zu Beginn der Festivität
aufgenommen. Aktionsgründer Reinhard Schneider weilte unter den Gästen
und feierte just an diesem Tag Geburtstag, was bei Erwähnung durch Lupp
viel Beifall fand.
Ebensolchen Beifall gab es für den ehemaligen Bundespostminister Dr.
Christian Schwarz-Schilling, den Thomas Lupp deswegen besonders
begrüßte, weil das Unternehmen eine längere Beziehung zu ihm pflegt.
Seit kurz nach der Wende.
Damals war es auch Schwarz-Schilling zu verdanken, dass die Firma aus
Nidda den Auftrag für die Errichtung mannigfacher digitaler
Umsetzstationen in Ostdeutschland erhielt. Lupp: „Sie, Herr
Schwarz-Schilling, und wir haben Thüringen gemeinsam telefonfähig
gemacht.“
Auf die Mitarbeit des Firmenchefs im Präsidium der Industrie- und
Handelskammer Gießen-Friedberg (IHK) ging deren Präsident Dr. Wolfgang
Maaß ein. „Thomas Lupp ist ein engagierter und motivierter
Vize-Präsident. Auf Grund seiner Art bereitet es großen Spaß,
miteinander etwas zu bewirken.“ Auch dessen mittlerweile verstorbener
Vater Karl Ludwig Lupp habe als Vize-Präsident der damaligen IHK
Friedberg bereits einen wichtigen Beitrag zur Fusion mit der Kammer in
Gießen geleistet.
Die Kontinuität in der Familie, so Maaß, sei halt ein wichtiger
Grundstein für den Erfolg der Firma. Der Präsident sowie
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Leder überreichten daraufhin zum
„100-Jährigen“ eine Urkunde. 100 Jahre Firmengeschichte Revue passieren
ließ die vierte Generation der Familie. Die Zwillinge Sina und Yann Lupp
bewältigten dies in lockerer Art und Weise, schilderten auch in
Mundart, wie in den Nachkriegsjahren ein Mitarbeiter vom Büdinger
Landratsamt abgeworben und die Bezahlung festgemacht wurde, was den
Modalitäten jener Zeit entsprach.Da kam nicht nur bei vielen älteren
Festgästen Freude auf. Der Mutter der beiden, Ulla Lupp, die auch das
gesamte Fest organisiert hatte, was ihr großes Lob von Ehemann Thomas
einbrachte, blieb es vorbehalten, durchs Programm zu führen. Wobei sie
nicht unerwähnt ließ, dass für die herrliche Dekoration des Festzelts
das Hirzenhainer Deko-Studio Schwab und für das ebenso herrliche Bufett
das „Rote Haus“ in Rockenberg verantwortlich seien - also zwei heimische
Betriebe.
Heimische Grüße überbrachte Niddas Bürgermeister Hans-Peter Seum, der
darauf aufmerksam machte, dass die Firma Lupp „den Namen unserer Stadt
in die Welt getragen hat“. Außerdem habe sie sich in vielen sozialen
Bereichen verdient gemacht und sei natürlich für die Kommune ein
bedeutender Wirtschaftsfaktor. Betriebsratsvorsitzender Gerd Frank fand
die treffenden Worte, denn er sprach das aus, was früher immer mit
Kultstatus die Runde machte: „Was Krupp in Essen, ist Lupp in Hessen.“
Foto: Der hessische Justizminister und stellvertretende Ministerpräsident
Jörg-Uwe Hahn (links) begrüßt Firmenchef Thomas Lupp (rechts) sehr
herzlich.Bild: Kunert
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